19:56 21 August 2017
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    Streitkräfte des Iran

    „Wir werden sie vernichten“: US-Experte schließt Militärkonflikt mit Iran nicht aus

    © AFP 2017/ Chavosh Homavandi
    Politik
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    Falls der Iran die US-Navy provoziert, ist ein Militärkonflikt möglich. Diese Meinung äußert Paul Vallely, einst US-General und nun Militärexperte, im Hinblick auf den jüngsten Zwischenfall in der Straße von Hormus. In einem Interview mit der russischen Onlinezeitung gazeta.ru kommentiert Vallely auch Russlands Vorgehen in Syrien.

    Vallely sagte der Onlinezeitung, ein Konflikt der Vereinigten Staaten mit dem Iran sei nicht auszuschließen, falls sich dessen Kampfschiffe erneut US-Schiffen nähern: „Wir werden sie vernichten. Wir werden so etwas nicht dulden. Sie werden mit ihren Schnellbooten nicht an unseren Kriegsschiffen hin und her vorbeifahren können.“

    Die Agentur Reuters hatte jüngst unter Berufung auf einen US-Beamten gemeldet, Schiffe der iranischen Revolutionsgarden seien in der Straße von Hormus an einem US-Kriegsschiff in rund 550 Meter Entfernung gefährlich vorbeigefahren, um es zu einer Kursänderung zu zwingen.

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    Generell sagte Vallely in Bezug auf das iranische Atomprogramm: „Der Iran hat mit Nordkorea in dieser Hinsicht gearbeitet. Ich denke, die Iraner haben schon Atomwaffen. Falls sie einen Fehler begehen und Israel angreifen oder wie Nordkorea vorgehen, werden sie vernichtet werden.“ 

    Vallely sieht schwarz für eine Kooperation mit den Iranern im Kampf gegen den Terrorismus: „Sie denken nicht in solchen Kategorien. Sie halten sich selbst für eine Hegemon-Macht. Ausgerechnet deshalb haben sie einen Konflikt mit Saudi-Arabien. Und ausgerechnet deshalb unterstützen sie radikale islamistische Gruppen wie die Hisbollah.“

    „Um seine Fähigkeit zum Dialog zu demonstrieren, muss der Iran etwas Positives tun. Das ist ja eine Zweibahnstraße. Sie sollten einen Schritt entgegenkommen und sich nicht so aggressiv verhalten“, mahnte der US-Experte.

    Er wurde auch gefragt, ob die russischen Streitkräfte aus seiner Sicht Syrien verlassen sollten. Die Antwort lautete: „Man sollte nicht sofort gehen, eine Zeit lang sollte man dort noch verbleiben. Die russischen Stützpunkte in Latakia und Tartus sind sehr wichtig, denn sie werden die aus Europa nach Syrien zurückkehrenden Flüchtlinge schützen.“

    Vallely prognostizierte, die Terrorgruppe IS werde gegen Jahresende in Syrien und im Irak neutralisiert: „Möglicherweise werden sie versuchen, in Nordafrika wieder aktiv zu werden, doch ihr ganzer ‚Staat‘ wird bald aufhören zu existieren. Ihre Idee eines ‚Kalifats‘ ist gescheitert.“

    Er kritisierte auch Barack Obamas Administration. Diese habe im Kampf gegen die Islamisten nichts erreicht, ein Vakuum in der Nahost-Region geschaffen und einen Rückgang des Vertrauens zu den USA geschürt.

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    Tags:
    Atomwaffen, Terrormiliz Daesh, Saudi-Arabien, Israel, Nordkorea, USA, Iran
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