03:23 22 November 2019
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    Russisch-chinesische Militärübung (Archivbild/2016)

    „China und Russland strategisch einkreisen“: Echo auf THAAD-Aufstellung in Südkorea

    © AP Photo / Stringer
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    Die jüngst gestartete Stationierung von US-Raketenabwehrsystemen THAAD in Südkorea stößt in der Welt auf geteiltes Echo. Washingtons Verbündete begrüßen die Maßnahme, Peking und Moskau zeigen sich besorgt. Die USA beteuern, dass sich das Programm nur gegen Nordkorea richtet, russische Experten sind jedoch skeptisch.

    Das United States Pacific Command hat nach Angaben der russischen Zeitung „RBC Daily“ argumentiert, Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm gefährde die internationale Sicherheit und verstoße gegen viele Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Die THAAD-Aufstellung festige vor diesem Hintergrund die Raketenabwehr, aber auch das Verteidigungsbündnis zwischen Washington und Seoul gegen Bedrohungen durch Pjöngjang.

    Auch Japan begrüßte die Aufstellung der Raketen. „Diese Zusammenarbeit zwischen den USA und Südkorea trägt zu Frieden und Stabilität in der Region bei. Unser Land unterstützt das“, erklärte das japanische Verteidigungsministerium, wie das russische Blatt am Donnerstag berichtete.

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    In Peking stieß die Nachricht dagegen auf eine äußerst negative Reaktion. Außenamtssprecher Geng Shuang betonte, China setze sich resolut gegen die THAAD-Aufstellung ein: „Wir werden notwendige Maßnahmen treffen, um unsere Sicherheitsinteressen zu verteidigen.“

    Die UN-Botschafterin der Vereinigten Staaten, Nikki Haley, versuchte sofort, Peking zu beschwichtigen. Die russische Agentur Ria Novosti zitierte sie mit den Worten: „Unseren Freunden in China gaben wir deutlich zu verstehen, dass dies keineswegs gegen China richtet, sondern klar Nordkorea gilt.“

    Das russische Außenministerium kritisierte das Vorgehen der USA. Der Ressortchef für Nonproliferation und Rüstungskontrollen, Michail Uljanow, sagte Ria Novosti im Hinblick auf das negative Echo in Pjöngjang und Peking: „All dies führt zu einer Zuspitzung der Situation. Natürlich werden wir das bei unserer militärischen Planung berücksichtigen.“

    Georgi Toloraja, Asien-Experte am Wirtschaftsinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAW), kommentierte nach Angaben der „RBC Daily“: „Die Stationierung der US-Raketenabwehr zielt darauf ab, China und Russland strategisch einzukreisen. Diese Länder werden also Gegenmaßnahmen treffen müssen.“

    Laut Toloraja gehen die russischen Militärs davon aus, dass die THAAD-Aufstellung in Südkorea ein Bestandteil des Plans zum Aufbau einer Pazifik-Raketenabwehr sei, die den europäischen Raketenschild ergänzen soll. 

    Wassilij Kaschin, Experte des Fernost-Instituts der RAW, sagte dem Blatt allerdings, die THAAD-Systeme seien vor allem für China militärisch gefährlich. Sie seien ja in der Lage, Chinas ballistische Mittelstreckenraketen abzufangen. Außerdem: „Die Radaranlage des THAAD-Systems wird eigentlich den ganzen Nordosten Chinas ins Visier nehmen, denn ihre Reichweite beträgt rund 2.000 Kilometer.“

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    Luftabwehrsystem THAAD, USA, China, Russland