14:20 25 Juni 2017
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    Michael Flynn (Archivbild)

    Trump erst jetzt über Flynns Arbeit für Türkei informiert Weißes Haus

    © REUTERS/ Carlos Barria
    Politik
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    Bis zu dieser Woche soll US-Präsident Donald Trump nicht gewusst haben, dass sein Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn im Interesse der Türkei tätig war. Dies berichtet die Agentur Reuters unter Verweis auf eine Erklärung des Weißen Hauses.

    Flynn habe während Trumps Wahlkampfkampagne und ebenso in der Zeit, in der er dessen Berater gewesen sei, für 500.000 Dollar als Lobbyist im Interesse der Türkei gearbeitet, schreibt die „The New York Times“. Der Zeitung zufolge hat er Informationen über den türkischen Prediger Fethullah Gülen gesammelt, den Ankara als Organisator des gescheiterten Putschversuchens im Juli 2016 betrachtet. Trumps Ex-Berater habe sich noch im vergangenen Jahr als Lobbyist registrieren lassen, heißt es, aber erst an diesem Dienstag rückwirkend die Dokumente zur Registrierung als ausländischer Auftragnehmer eingereicht.

    Laut dem Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, ist Flynns lobbyistische Tätigkeit seine persönliche und eine das Business betreffende Angelegenheit. Die Entscheidung, sich als ausländischer Auftragnehmer anzumelden, habe allein von ihm abgehangen.

    Trump hatte Flynn im Februar entlassen, nachdem bekannt geworden war, dass der Berater für nationale Sicherheit mit Russlands Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, noch vor Trumps Amtsantritt die Russland-Sanktionen erörtert und den US-Vizepräsidenten Michael Pence über diese Gespräche mit Kisljak unvollständig informiert habe. Später wurde berichtet, dass Trump Flynn um dessen Rücktritt gebeten habe, weil dieser sich nicht angemessen gegenüber Pence verhalten haben soll.

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    Tags:
    Weißes Haus, Michael Flynn, Donald Trump, Türkei, USA
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