12:14 20 Februar 2020
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    Die türkische Familien- und Sozialministerin Fatma Betül Sayan Kaya, die zuvor von den niederländischen Behörden nach Deutschland eskortiert wurde, ist am heutigen Sonntag nach Istanbul geflogen, wie die Agentur Anadolu berichtet. Als Reaktion auf den Rauswurf teilte Ankara bereits mit, der niederländische Botschafter sei im Lande „unerwünscht“.

    Die Ministerin reiste demnach von Köln nach Istanbul in einem privaten Jet, der in Deutschland dem türkischen Minister für Sport und Jugend, Akif Cagatay Kilic, zur Verfügung gestellt worden war.

    Der niederländische Premierminister Mark Rutte kritisierte später nach Angaben der Zeitung „De Telegraaf“ den Besuch der türkischen Ministerin als „unverantwortlich“. Laut Rutte hatten die niederländischen Behörden die Türkei ausdrücklich davor gewarnt, dass ein Besuch der Ministerin unerwünscht sei. „Sie hat trotzdem beschlossen, zu kommen“, zitiert das Blatt den Premier.

    Am Samstag hatten die Niederlande dem türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu die Einreise verweigert: Dem Flugzeug des Ministers war die Landeerlaubnis entzogen worden. Daraufhin beschloss Kaya, mit dem Auto von Düsseldorf nach Rotterdam zu fahren. Die Ministerin tat dies, obwohl ihre geplanten Auftritte, bei denen sie für die Zustimmung der Türken beim anstehenden Referendum zur Verfassungsänderung werben wollte, zu jenem Zeitpunkt bereits abgesagt worden waren. Aus diesem Grund soll ihr der Zugang zum türkischen Generalkonsulat verwehrt worden sein. 

    Die türkische Ministerin wurde laut Medienberichten von den niederländischen Behörden als „unerwünschte Ausländerin“ bezeichnet. Die Polizei eskortierte sie zurück nach Deutschland.

    Die Reaktion der Türkei ließ nicht lange auf sich warten. Das türkische Außenministerium teilte dem zurzeit sich außerhalb der Türkei befindenden niederländischen Botschafter in Ankara mit, seine Rückkehr aus dem Urlaub sei unerwünscht, und untersagte ihm vorläufig die Wiederaufnahme seiner Arbeit.

    „Ihm (dem niederländischen Botschafter in der Türkei – Anm. d. Red.) wurde auch mitgeteilt, dass wir die Wiederaufnahme der Arbeit des niederländischen Botschafters, der sich zurzeit außerhalb der Türkei im Urlaub befindet, vorerst nicht wünschen“, hieß es in der entsprechenden Erklärung des türkischen Außenamtes.

    Besonders hart reagierte auf die Entscheidung der niederländischen Regierung der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan: Er beschimpfte die Regierungsmitglieder der Niederlande am Samstag als „Nazi-Überbleibsel und Faschisten“.

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    Streit, Botschafter, Mark Rutte, Recep Tayyip Erdogan, Amsterdam, Ankara, Niederlande, Türkei