05:15 17 November 2019
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    Nato drängt Baltikum zu Abschied von „Sowjet-Erbe“

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    Politik
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    Das Nato-Zentrum für Energiesicherheit (Energy Security Centre of Excellence) hat einen Geheimbericht mit Vorschlägen für die baltischen Staaten erstellt, der deren Ausstieg aus dem BRELL, einem synchron betriebenen Stromsystem Russlands, Weißrusslands, Estlands, Lettlands und Litauens, beschleunigen soll. Dies teilt das Webportal RuBaltic mit.

    Das BRELL-Stromsystem birgt laut dem Direktor des Nato-Zentrums, Oberst Gintaras Bagdonas, „potenzielle Risiken für die Energie“. Die Nato-Vorschläge laufen dem Portal zufolge darauf hinaus, dass das Baltikum sich von dem „sowjetischen Erbe“ lossagen und sich dem einheitlichen europäischen Energiesystem anschließen soll.

    In diesem Fall würde jedoch die EU die Kosten tragen, oder genauer gesagt der EU-Steuerzahler, den man dann verpflichten werde, das Projekt zum „Energieschutz“ gegen Russland zu finanzieren, schreibt RuBaltic.

    Für einen Ausstieg aus dem BRELL spreche sich Litauen aus. Der litauische Energieminister Žygimantas Vaičiūnas hatte Ende 2016 von einem Paradox gesprochen, weil das Energiesystem Litauens angeblich „von einer Moskauer Zentrale aus“ reguliert werde. Wie der Minister weiter betonte, ist sich Russland des Wunsches der baltischen Republik bewusst, aus dem BRELL auszutreten. Er schließe jedoch nicht aus, dass entsprechende Verhandlungen zu Spannungen zwischen den beiden Ländern führen würden.

    Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė hatte ihrerseits Ende Februar Russland die Umsetzung eines Projektes vorgeworfen, das angeblich gegen die litauischen Interessen gerichtet sei. Gemeint war das in Weißrussland nahe der litauischen Grenze im Bau befindliche Atomkraftwerk „BelAES“. Das Atomkraftwerk sei als „Erpressungsmittel gegen Litauen“ konzipiert worden, so die Staatschefin.

    Nach Angaben von Sputnik Estland soll die EU-Kommission die Verhandlungen zum Ausstieg der baltischen Staaten aus dem BRELL-Stromsystem übernehmen. Das Hauptproblem stelle dabei Kaliningrad dar: Die russische Exklave könnte im Fall eines solchen Ausstiegs aus dem Stromring ohne ausreichende Stromversorgung bleiben. Derzeit werde Kaliningrad mit dem Strom versorgt, der über Litauen geliefert werde.

     

     

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    Tags:
    Stromversorgung, NATO, Dalia Grybauskaite, Litauen, Lettland, Estland, Weißrussland, Russland