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23:15 21 September 2019
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    Pro-Erdogan-Demonstranten in Istanbul (Archivbild)

    „Entschuldigungen helfen nicht“: Erdogan kündigt weitere Maßnahmen gegen Amsterdam an

    © REUTERS / Umit Bektas
    Politik
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    Entschuldigungen werden laut Recep Tayyip Erdogan den diplomatischen Konflikt zwischen Ankara und Amsterdam nicht lösen. Der türkische Präsident warnte am Dienstag gar vor möglichen neuen Gegenmaßnahmen.

    Erdogan zufolge hat Ankara vor, auch weiterhin an den Maßnahmen gegen Amsterdam zu arbeiten. „Solche Taten können mithilfe von Entschuldigungen nicht geregelt werden“, zitiert die Agentur AFP den türkischen Staatschef. 

    Bei seinem Auftritt in Ankara ließ Erdogan Reuters zufolge auch Deutschlands Solidarität mit den niederländischen Behörden nicht außer Acht. Laut der Agentur erklärte er, dass die Türkei Bundeskanzlerin Angela Merkel genauso attackieren würde, wie die niederländische Polizei die Protestierenden vor dem türkischen Generalkonsulat in Rotterdam mithilfe von Hunden und Wasserwerfern auseinandergetrieben habe.

    Türkischer Präsident Tayyip Erdogan (l) spricht mit deutscher Kanzlerin Angela Merkel (r) am 23. Mai 2016 in Istanbul. Im Vordergrund: UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Im Hintergrund: Griechenlands Regieurgschef Alexis Tsipras
    © REUTERS / Kayhan Ozer/Presidential Palace/Handout via REUTERS
    Zuvor hatte Erdogan Merkel die Unterstützung von Terroristen vorgeworfen.

    Der türkische Vizepremier Numan Kurtulmuş hatte vorher erklärt, dass der Luftraum für Maschinen mit Diplomaten aus dem Land ab sofort gesperrt sei. Offizielle diplomatische Termine wurden abgesagt, Flüge für Diplomaten aus den Niederlanden gestrichen. Wie Kurtulmuş ferner bekannt gab, dürfe der Botschafter Kees Cornelis van Rij seinen Posten in der Türkei erst wieder antreten, wenn sein Land die Bedingungen der Regierung in Ankara erfüllt hat.

    Die Beziehungen zwischen der Türkei und den Niederlanden sind zurzeit sehr angespannt. Am vergangenen Samstag hatten niederländische Behörden dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu die Einreise verweigert: Dem Flugzeug des Ministers war die Landeerlaubnis entzogen worden. Daraufhin reiste die türkische Familien- und Sozialministerin Fatma Betül Sayan Kaya mit dem Auto von Düsseldorf nach Rotterdam, obwohl ihre geplanten Auftritte, bei denen sie für die Zustimmung der Türken beim anstehenden Referendum zur Verfassungsänderung werben wollte, zu jenem Zeitpunkt bereits abgesagt worden waren. Aus diesem Grund soll ihr der Zugang zum türkischen Generalkonsulat verwehrt worden sein. Die Polizei eskortierte sie zurück nach Deutschland.

    Erdogan beschimpfte am Samstag als Reaktion auf den Rauswurf niederländische Regierungsmitglieder als „Nazi-Nachfahren“ und Faschisten. Zuvor hatte er mit ähnlichen Worten auf die abgesagten Wahlkampfauftritte türkischer Minister in zwei deutschen Städten reagiert und den deutschen Behörden Nazi-Methoden vorgeworfen.

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    Tags:
    Streit, Ankündigung, Gegenmaßnahmen, Entschuldigung, Angela Merkel, Recep Tayyip Erdogan, Niederlande, Türkei