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21:44 20 Oktober 2019
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    Ein Bär

    Libyscher General bekommt Unterstützung von „russischem Bären“

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Politik
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    Der Oberbefehlshaber der Libyschen Nationalarmee, Chalifa Haftar, der am Montag Moskau einen Besuch abstattete, hat bei Russland Unterstützung bei der Lösung der tiefen Krise in Libyen gefunden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ unter Berufung auf militär-diplomatische Quellen.

    Dem Blatt zufolge besuchten am Montag der libysche Befehlshaber Chalifa Haftar und Libyens Parlamentssprecher Akil Saleh Isa Moskau, wo sie Unterstützung bei der Lösung der Krise in ihrem Land fanden. Dabei sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass Moskau in Kontakt mit jenen Seiten in Libyen stehe, mit denen es dies für nötig halte, aber „zweifellos ist eine übermäßige Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten Libyens kaum möglich und kaum zweckmäßig“.

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass eine Kooperationsvereinbarung zwischen Russland und Libyen verabschiedet worden ist, in deren Rahmen insgesamt 500 libysche Armeeangehörige in Russland medizinisch versorgt werden können. Anfang Februar soll das libysche Militär die ersten 70 Soldaten zur medizinischen Behandlung nach Russland geschickt haben.

    Auf der jüngsten Sicherheitskonferenz in München übten Medienberichten zufolge Vertreter vieler Staaten scharfe Kritik an Russland wegen seiner Kontakte mit der libyschen Regierung. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte damals dazu: Die westlichen Staaten „wollen nicht, dass der Bär dort seine Tatzen reinsteckt“.

    Wie die Zeitung weiter schreibt, fanden die jüngsten Verhandlungen in Moskau vor dem Hintergrund der Informationsverbreitung über eine angebliche Verlegung russischer Spezialeinheiten in den an Libyen angrenzenden Luftstützpunkt in Ägypten statt. Der Sprecher des russischen  Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow,  wies diese Medienberichte jedoch zurück: „Es gibt keinerlei russische Spezialeinheiten in Sidi Barrani (in Ägypten – Anm. d. Red.).“

    Moskauer Kreml
    © Sputnik / Natalia Seliverstova
    Dabei verweist das Blatt auf den Chef des russischen privaten Militärunternehmens „RSB-Gruppe“, Oleg Krinizin, gemäß dem Vertreter seiner Firma ein Erdölwerk im libyschen Bengasi entschärft haben.

    In diesem Zusammenhang betont die  Zeitung, dass „das Interesse Russlands an Öl in Libyen enorm ist“. Im Februar wurde demnach ein Vertrag zwischen dem russischen Ölkonzern Rosneft und dem libyschen Ölunternehmen über die Kooperation bei der Suche nach neuen Ressourcen und der Ölherstellung geschlossen.

    Der jüngste Besuch von Chalifa Haftar ist eigentlich nicht der erste. Am 11. Januar hatte er den russischen Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ besucht. Nach einem kurzen Rundgang auf dem Flugzeugträger unterhielt sich Haftar noch mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu per Video-Konferenz. Dabei sind laut der Zeitung aktuelle Fragen im Bereich des Anti-Terror-Kampfes im Nahen Osten erörtert worden. Im November 2016 hatte sich Haftar auch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen.

    Der libysche Bürgerkrieg war im Februar 2011 infolge einer ausländischen Einmischung ausgebrochen. Zurzeit ist die Macht in dem nordafrikanischen Staat geteilt: Im Osten regiert das libysche Parlament in der Stadt Tobruk, das vom Oberbefehlshaber der Libyschen Nationalarmee, Chalifa Haftar, unterstützt wird. In der Hauptstadt Tripolis im Westen regiert die mit Unterstützung der Uno und einiger europäischer Länder gebildete Regierung der Nationalen Einheit mit Premier Fayez el-Sarraj an der Spitze.

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    Tags:
    Treffen, Kontakte, Kooperation, Zusammenarbeit, Flugzeugträger Admiral Kusnezow, Chalifa Haftar, Dmitri Peskow, Sergej Schoigu, Sergej Lawrow, Libyen, Russland