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23:14 12 November 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel

    USA-Reise: Merkel macht den Erdogan - Wenn ´s innen kracht, profiliere dich außen

    © AFP 2019 / Patrik Stollarz
    Politik
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    Der Schneesturm ist vorbei: Am Freitag reist Bundeskanzlerin Angela Merkel in die USA. In den Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump wird die Kanzlerin als Vertreterin der Vereinigten Staaten von Europa auftreten. „Das ist die Methode von Politikern, die innenpolitisch Probleme haben“, meint der EU-Abgeordnete Hans-Olaf Henkel.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington (Archivbild)
    © AFP 2019 / Saul Loeb
    Der Euro-Kritiker Henkel nimmt sich in Sachen Kanzlerinnen-Kritik selten zurück. So ist es auch vor ihrer US-Reise: „Ich habe Frau Merkel nicht als Sachwalterin deutscher Interessen erlebt, sondern immer als jemand, der mit moralischen Interessen Politik betreibt“, erklärt der 77jährige. So habe sie ihre Flüchtlingspolitik mit dem Hinweis auf 1933 — 1945 gerechtfertigt: „So nach dem Motto:  Wir müssen der moralische Weltmeister werden, weil wir eine schreckliche Vergangenheit haben!“ Ähnlich habe sie ihre Euro-Politik gerechtfertigt und behauptet: Wenn der Euro scheitert, würde Europa scheitern.

    Nicht zuletzt deshalb habe sie innenpolitische Probleme und dazu noch in Martin Schulz einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Darum verfahre sie nach der gängigen Methode von Politikern: Wer innenpolitische Probleme hat, versucht sich nach außen zu profilieren. Der türkische Präsident Erdogan verfahre genauso: „Er schlägt auf die Holländer und auf die Deutschen ein und bekommt dafür den Beifall der Türken.“ Genauso versuche Frau Merkel, sich in Washington als die sachliche Vertreterin der Vereinigten Staaten von Europa zu profilieren.

    Erdogan und Merkel – zwei Pole der Geopolitik

    Sputnik will wissen, wie die Bundeskanzlerin auftreten müsse, um in den Gesprächen mit Trump viel zu erreichen: „Selbstbewusst!“ antwortet Henkel wie aus der Pistole geschossen. Zudem sollte sie sich auf keinen Fall von Trump unterbuttern lassen. „Das wird sie auch nicht können. Denn Trump ist in Deutschland unbeliebt und das ist ihr auch nicht entgangen“, sagt Henkel. Darum werde sie sich im diplomatischen Rahmen bemühen, dass die begleitende Presse schreiben wird, sie habe Trump die Leviten gelesen. 

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Migranten, Donald Trump, Hans-Olaf Henkel, Martin Schulz, Recep Tayyip Erdogan, Angela Merkel, USA, Deutschland