17:58 28 März 2017
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    Militärmanöver Saber Junction auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr, Deutschland. Archivfoto

    Russlands Nato-Botschafter nennt größte Fehlkalkulation der USA im 20. Jahrhundert

    © Foto: U.S. Army Europe/Visual Information Specialist Markus Rauchenberger
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    Die geplante Aufnahme von Montenegro in die Nato verkörpert laut dem russischen Botschafter bei der Allianz, Alexander Gruschko, die von der Bill-Clinton-Administration eingeleitete Politik der offenen Tür, die viele Politologen als größte Fehlkalkulation und strategischen Fehler der USA im 20. Jahrhundert einschätzen.

    „Dieses rein geopolitische Projekt und die Versuche, Montenegro (in die Allianz – Anm. d. Red.) hineinzuziehen, sind nichts weiter als der Wunsch zu zeigen, dass diese Politik der offenen Tür immer noch lebendig ist“, sagte der Diplomat in einem Interview für Radio Sputnik.

    Gruschko zufolge gibt es heute allerdings immer mehr Stimmen, die nach dem „Mehrwert“ vom Beitritt von Montenegro zur Allianz fragen: „Wie viel kann es (Montenegro) zur Sicherheit der Nato-Länder beisteuern?“ Was sei von einem Land zu erwarten, dessen Streitkräfte 2.000 Mann stark seien, so der Diplomat. „Das ist eine pure Geopolitik und diese Geopolitik ist bedauerlicherweise darauf gerichtet, die eigenen geopolitischen Interessen – wie sie von der Nato verstanden werden – über die gesamteuropäischen Interessen zu stellen“, so Gruschko.

    „Es ist allen klar, dass die Politik der offenen Tür sich heute völlig ausgeschöpft hat. Sie hat nicht nur die Trennlinien in Europa nicht verwischt und nicht beseitigt, sondern macht sie sogar noch tiefer“, so der Botschafter. Er konstatierte, dass diese Trennlinien sich Russland immer mehr näherten und die Beziehungen Moskaus mit den osteuropäischen Nato-Mitgliedern dadurch nicht besser geworden seien.

    „…In der Nato geben heute die sogenannten ‚Frontstaaten‘ den Ton an, die behaupten, sich an der Feuerlinie zu befinden und Schutz zu benötigen. Sie fordern nicht nur die Stationierung von ausländischen Rotationskräften, sondern auch deren ständige Präsenz“, sagte der Diplomat. Seiner Meinung nach ist das ein Rückfall in den Kalten Krieg, der für Europa sehr gefährlich sei. Denn dadurch könnten Ressourcen abgewendet und verhindert werden, dass Russland und die Europäer ihre Bemühungen um die Lösung gemeinsamer Aufgaben vereinen würden, so Gruschko.

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    Tags:
    NATO-Beitritt, Politik, NATO, Bill Clinton, Alexander Gruschko, Montenegro
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    Alle Kommentare

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      jurgensteinmann
      Das ist ja richtig,was der russische Botschafter da sagt.Herr Gruschko weis natürlich auch,dass der Aufbau von ,,Frontstaaten,,entlang der russischen Grenze,genau die Strategie der Amis ist,Deutschland von Russland auch geografisch zu trennen.Nur die Vassallen dieser Länder ,auch Deutschlands,machen da voll mit.Ich Frage mich ständig,was ist der Lohn dafür?
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      richard.gerhardAntwort anjurgensteinmann(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      jurgensteinmann, der Lohn ist die Zunahme des Reichtums der Eliten durch Schmiergelder und krumme Geschäfte mit den USA, während man dem Volk dringend benötigte finanzielle Mittel für Sozialausgaben streicht, will heißen, die Reichen werden immer Reicher und die Armen immer ärmer. Und damit die "dummen" Armen das nicht merken, wird ihnen tagtäglich Angst eingejagt, die Angst vorn Russen, der ja nun buchstäblich vor der Tür steht. Eine Herde die Angst hat, läßt sich willfährig in diese oder jene Richtung treiben.
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      jurgensteinmannAntwort anrichard.gerhard(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      richard.gerhard, Richtig.Genau das ist die Strategie.Ab und zu werden ein paar Krümel,wie 2€ im Monat ,für Kindergeld,oder ähnliches verteilt und die Masse ist wieder beruhigt.
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      andre.marggrafAntwort anrichard.gerhard(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      richard.gerhard,

      Sie haben es sehr gut getroffen ...
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      Putinversteher
      ...erst Übernahme der Politischen macht...dann der ökonomischen (...vorher wurde die alte ökonomische zerschlagen) und wie Lenin schon geschrieben hat..."Eine Revolution ist nur dann etwas Wert, wenn diese sich zu verteidigen versteht"....
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