16:01 28 Juni 2017
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    Tributpflichtige Untertanen? Deutsche Politiker empört über Trumps Geld-Forderung

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    Politik
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    Nach Donald Trumps Behauptung, Deutschland müsse der Nato „riesige Summen“ zahlen, vergleicht der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Niels Annen den US-Präsidenten mit einem chinesischen Kaiser, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Montag.

    „Trump verhält sich wie der Kaiser von China gegenüber tributpflichtigen Untertanen“, sagte Annen gegenüber der FAZ. Die Kritik des US-Staatschefs werde nur dazu führen, dass das in der Koalition „ohne Krach“ beschlossene, zusätzliche Nato-Engagement etwa im Baltikum „wieder in Frage gestellt“ werde.

    Annen wies darauf hin, dass auch der US-Wehretat nicht allein der Nato diene. „Wir könnten ja auch fragen, welcher Anteil ihrer Verteidigungsausgaben auf die Nato entfiel“, so Annen. 

    Unzufrieden mit Trumps Forderung zeigte sich auch der CDU-Politiker und Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen. „Deutschland schuldet den USA viel. Das einzige, was wir nicht schulden, ist Geld“, sagte er. „Diese Fehleinschätzung der geschichtlichen Rolle der USA durch den Präsidenten ist einmalig und sehr bedauerlich.“ Trump untergrabe damit die „westliche Geschlossenheit“, so Röttgen. 

    Trump hatte sich am Freitag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals seit seiner Amtseinführung getroffen. Er schätzte das Treffen grundsätzlich positiv ein, wies jedoch via Twitter darauf hin, dass Berlin der Nato riesige Summen schulde. 

     

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    Tags:
    Forderung, Geld, Schulden, NATO, Niels Annen, Donald Trump, Norbert Röttgen, Deutschland, USA
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