15:44 13 Dezember 2017
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    Ein russisches U-Boot beim Auftauchen. Archivfoto

    Russische U-Boote im Schwarzen Meer verursachen Nato „Sehr unangenehmes Gefühl“

    © Foto: Russlands Verteidigungsministerium
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    Im Vergleich zu den 1990er Jahren ist die russische Schwarzmeerflotte deutlich stärker geworden und mittlerweile in der Lage, die Situation in der Region zu kontrollieren. Dies hat sie laut ihrem Ex-Befehlshaber nicht zuletzt neuen Jagd-U-Booten zu verdanken.

    „Jassen“-U-Boot „Sewerodwinsk“
    © Foto: Defense Ministry Press Service
    Der TV-Sender Swesda kommentiert in seiner Onlineausgabe, die russische Schwarzmeerflotte sehe im Vergleich zur Nord- oder zur Pazifikflotte bescheidener aus. Ihr stünden keine Atom-U-Boote zur Verfügung. Dafür habe die Schwarzmeerflotte innerhalb der vergangenen drei Jahre sechs neue dieselelektrische U-Boote der Warschawjanka-Klasse (Nato-Name: Improved Kilo) erhalten.

    Ein besonderer Trumpf dieser Jagd-U-Boote ist nach Angaben des Senders ihre Unauffälligkeit für gegnerische Sonare: „Tatsächlich ist es praktisch unmöglich, ein solches U-Boot aufzuspüren. Dabei ist es in der Lage, Ziele in mehreren Tausend Kilometern Entfernung mit seinen Kalibr-PL-Raketen anzugreifen.“

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    Wladimir Komojedow, Ex-Chef der Schwarzmeerflotte, sagte dem Sender: „Die Kräftekonstellation im Schwarzen Meer hat sich drastisch geändert – nicht zuletzt dank der Indienststellung von U-Booten neuer Generation durch unsere Kriegsmarine.“

    „In Sachen Kriegsflotte war Russland einst der Türkei – seinem Hauptkonkurrenten im Schwarzen Meer – stark unterlegen gewesen: In den 1990er Jahren hatten wir in vielerlei Hinsicht hinter den Türken rangiert – darunter auch in Bezug auf die U-Boote (…) Auch andere Nato-Kriegsschiffe – besonders aus Amerika – hatten hier das Regiment geführt“, so Komojedow.

    Schwarzes Meer (Archivfoto)
    © Sputnik/ Vassili Batanov
    Doch nun  sei die Situation grundsätzlich anders: „Da neue Zerstörer, Fregatten und besonders U-Boote zur Verfügung stehen, sind wir inzwischen in der Lage, die Situation zu kontrollieren und unsere Bedingungen in dieser Region zu diktieren.“

    „Beachten Sie die Tatsache: US-Kriegsschiffe, die ins Schwarze Meer kommen, geben sich Mühe, es rekordverdächtig schnell wieder zu verlassen. Sie beobachten visuell Flüge unserer Flugzeuge und spüren unsere Mittel der elektronischen Kampfführung, die all ihre Systeme lahmlegen könnten. Sie begreifen aber auch, dass sie sich im Visier russischer U-Boote befinden, die sich in Sehrohrtiefe aufhalten und jeden Moment in der Lage wären, einen Torpedo- oder Raketenangriff zu verüben. Das ist ein sehr unangenehmes Gefühl“, so Komojedow weiter.

    „Unsere Schwarzmeerflotte hat derzeit sozusagen einen zweiten Atem bekommen. Sie genießt eine kräftige technische Unterstützung, hat neue Kriegsschiffe und U-Boote. Das ist schon eine reale Macht, die fähig ist, die Sicherheit des Landes in diesem Gebiet zu garantieren. Dieses Potenzial ist dabei viel breiter im Vergleich zu den bisherigen Möglichkeiten. Die U-Boote sind fähig, nicht nur die im Sehrohr beobachteten Ziele anzugreifen, sondern auch die hinter dem Horizont. Das ist die reale Macht unserer gegenwärtigen Kriegsmarine“, betonte der Ex-Chef der Schwarzmeerflotte.

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    Tags:
    U-Boote vom Typ Warschawjanka, Schwarzmeerflotte, NATO, Wladimir Komojedow, Schwarzes Meer, Russland
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