03:36 24 September 2017
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    Pjöngjang kommentiert neuen Sanktionsplan der USA gegen Nordkorea

    © AFP 2017/ Ed Jones
    Politik
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    Laut dem nordkoreanischen stellvertretenden UN-Botschafter, Choe Myong Nam, hat Pjöngjang keine Angst vor dem US-Plan zur Umsetzung eines neuen Sanktionspakets, das Nordkorea vom Weltfinanzsystem abschneiden soll. Wie der Diplomat der Agentur Reuters sagte, wird Nordkorea seine Nuklear- und Raketenprogramme weiter „forcieren“.

    Reuters hatte am Montag unter Hinweis auf seine Quellen gemeldet, dass Washington Sanktionen gegen Nordkorea vorbereite, die diesmal Banken und Finanzeinrichtungen betreffen würden. Diese Maßnahmen sollen es ermöglichen, die Unternehmen, die Handelsbeziehungen mit Nordkorea unterhalten, vom Weltfinanzsystem abzuschneiden, hieß es.

    Laut Choe Myong Nam steht die Entscheidung der USA im Zusammenhang mit den jüngsten Besuchen von US-Außenminister Rex Tillerson in Japan, Südkorea und China.

    Nordkorea lasse sich auch dann nicht einschüchtern, wenn ihm der Zugang zu internationalen Deals oder zum globalen Finanzsystem verwehrt werde, so Choe Myong Nam. „Solche Dinge sind Teil des US-Systems, das uns nichts bedeutet“, ergänzte der Diplomat.

    Er bezeichnete die bestehenden Sanktionen gegen Pjöngjang als „scheußlich und unmenschlich“ und verwies darauf, dass Nordkorea die Behauptungen von Washington und Seoul, dass ihre gemeinsamen Militärmanöver defensiv seien, zurückweise.

    „Angesichts dessen, dass so mächtige Streitkräfte an den gemeinsamen Übungen teilnehmen, bleibt uns keine andre Wahl, als unsere Nuklear- und Raketenprogramme weiter zu forcieren“, so der nordkoreanische Diplomat. Er betonte, dies sei gerade auf das feindselige Handeln der USA und Südkoreas zurückzuführen.

    „Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ballistische Interkontinentalraketen Nordkoreas auf Beschluss unserer Spitzenführung zu beliebiger Zeit an einem beliebigen Ort gestartet werden können“, so Choe Myong Nam.

    Nordkorea hatte am 6. März erneut Raketentests vorgenommen. Es wurden vier Raketen gestartet, die etwa 300 Kilometer von der japanischen Küste entfernt ins Meer fielen. Wie das südkoreanische Verteidigungsministerium vermutete, könnte Pjöngjang damit auf die Ende Februar begonnenen amerikanisch-südkoreanischen Übungen reagiert haben.

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