16:26 06 Dezember 2019
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    Kämpfer der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) nördlich von Rakka

    Syrien: Anti-IS-Koalition stürmt Rakka – USA erstmals direkt involviert

    © REUTERS / Rodi Said
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    Syrische Rebellen haben eine Bodenoffensive gegen den IS in der Stadt Rakka begonnen. Die USA unterstützen den Angriff mit Spezialkräften, Artillerie und Luftwaffe, wie die Zeitung „The New York Times“ (NYT) berichtet.

    Hunderte Kämpfer syrischer Antiregierungseinheiten haben demnach einen Großangriff auf die Stadt Rakka gestartet. Ziel sei die Befreiung westlicher Zugangswege zur syrischen Metropole, die die Terrormiliz IS („Islamischer Staat“, auch Daesh) zu ihrer inoffiziellen Hauptstadt erklärt hat. Die Vereinigten Staaten schicken Sonderheiten, Artillerie und Kampfhubschrauber zur Unterstützung der Rebellen.

    Damit beteiligen sich die USA erstmals direkt an einem Sturmangriff in Syrien, wie die Zeitung schreibt. Laut dem Blatt verdeutlicht die Offensive, welche Handlungsfreiheiten die Trump-Administration dem US-Oberkommando beim Vorgehen in Syrien ohne langwierige Prüfungen in Washington einräumt: Das Pentagon habe den US-Verteidigungsminister und das Weiße Haus über den Beginn der Operation lediglich informiert; die Entscheidung zum Großangriff habe die Militärführung selbst getroffen.

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    Indes sind die US-Streitkräfte maßgeblich an der Offensive im Norden Syriens beteiligt, wie NYT betont. Amerikanische Transporthubschrauber fliegen die Rebellen zu IS-Stellungen, während die Artillerie des Marine Corps, die Armeehubschrauber und die Jagdbomber der Luftwaffe den Kämpfern Feuerunterstützung geben. Auch die im Norden Syriens stationierten Artillerieraketenwerfer vom Typ HIMARS kommen in der Großoffensive zum Einsatz. Die US-Spezialeinheiten hätten sich nach Militärangaben lediglich an der Ausbildung der Rebellen beteiligt, in die unmittelbaren Kämpfe würden sie jedoch nicht eingreifen, schreibt das Blatt.

    US-Luftwaffe (Archivbild)
    US Air Force / Senior Airman Matthew Bruch
    Die Großoffensive ist laut der Zeitung eine weitere Etappe bei der Befreiung Rakkas. Ziel ist es, die Kontrolle über die Stadt Tabka, den örtlichen Flugplatz und einen Flussdamm zu erlangen. Dieser wurde aus nördlicher und südlicher Richtung gleichzeitig gestürmt, um den IS durch den Überraschungseffekt zu überwältigen. Da die Terrormiliz jedoch erbitterten Widerstand leistet, ist es – anders als ursprünglich geplant – nicht gelungen, den Flussdamm schnell einzunehmen, wie die Zeitung schreibt. Nun könnten die Kämpfe noch Wochen andauern.

    Zuvor hatten Medien berichtet, dass bei US-Luftangriffen auf Vororte von Rakka auch eine Schule bombardiert worden sei. Dutzende Zivilisten, darunter auch Kinder, sollen getötet worden sein. Ein Pentagon-Sprecher dementierte die Meldungen über den Tod von Zivilisten infolge der Angriffe der Anti-IS-Koalition in der Nähe von Rakka, versprach jedoch, Ermittlungen vorzunehmen.

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    Terrormiliz Daesh, Rakka, Syrien, USA