20:26 08 Dezember 2019
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    Ukrainer mauern russische Tochterbank in Kiew ein

    Warum der Deal zum Verkauf ukrainischer „Töchter“ russischer Banken scheiterte

    © AFP 2019 / Sergei Supinsky
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    Für die Tochterstrukturen der in der Ukraine tätigen russischen Banken bieten die potentiellen Käufer Dumpingpreise, die zuweilen um ein Mehrfaches unter deren eigentlichem Wert liegen. Es komme zu keinem Geschäftsabschluss, berichten russische Medien unter Verweis auf informierte Quellen.

    Demnach sollte in den Deal zum Verkauf der Tochter der russischen Sberbank in der Ukraine auch die in Russland ansässige Lipezker Süßwarenfabrik Roshen, deren Gründer und Eigentürmer der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist, mit einbezogen werden. Allerdings seien die Verhandlungen, die ab Dezember aktiv geführt wurden, abgebrochen worden, nachdem die Käufer für diese Fabrik in Lipezk 250 Millionen gefordert hätten – „bei einem Realpreis in Höhe von 120 bis 140 Millionen Dollar“. Im Ergebnis habe der Hersteller Roshen am 20. Januar seine Produktion in Lipezk eingestellt und plane nun die Konservierung seiner Objekte ab April, zitiert die Zeitung „Kommersant“ eine Quelle. Für die russische Seite hätten die Verhandlungen daraufhin „jeglichen Sinn verloren“. Laut der Zeitung soll der ukrainische Geschäftsmann,  Gründer und Haupteigentümer der Development Construction Holding (DCH) und ehemalige Miteigentümer der UkrSibBank, Olexandr Jaroslawskyj, zu den Käufern gehört haben.

    Wie die Quelle der Zeitung gegenüber ferner meinte, habe das Scheitern dieses Deals „die Rolle eines Katalysators für die Verhängung von Sanktionen der ukrainischen Behörden gegen die russischen Banken mit staatlicher Beteiligung gespielt“.

    Mehr zum Thema: Russland will seine Banken in Ukraine vor Poroschenkos Sanktionen schützen

    Die russische VTB Group habe für ihr ukrainisches Tochterunternehmen VTB Ukraina, so die Quelle, etwa 200 Millionen Dollar einnehmen wollen, was etwa ihren Investitionen entsprochen habe. Indes sollen die potentiellen Käufer für diese Aktiva nicht mehr als 50 Millionen Dollar geboten haben.

    Wie aus dem Kreml bestätigt wurde, wollen die russischen Banken den ukrainischen Markt verlassen, da die Arbeit für sie dort gefährlich geworden sei.

    In diesem März sahen sich die Tochterstrukturen russischer Banken in der Ukraine mit Überfällen seitens radikaler Kräfte konfrontiert, die insbesondere die Tätigkeit des Hauptsitzes der Sberbank in Kiew blockierten. Später verhängten die ukrainischen Behörden Sanktionen gegen die russischen Kreditorganisationen und untersagten ihnen den Transfer von Mitteln aus dem Land.

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    Tags:
    Banken, VTB, Sberbank, Petro Poroschenko, Russland, Ukraine