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    Warnung ignoriert: Polizei in NRW sagte Anschlag von Anis Amri voraus

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    Lkw-Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (111)
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    Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) hat das Innenministerium schon im März 2016 vor einer erhöhten Anschlagsgefahr durch den Tunesier Anis Amri gewarnt, der im Dezember desselben Jahres zwölf Menschen auf einem Berliner Weihnachtsmarkt tötete. Dies berichtet die „Bild am Sonntag“.

    „Nach den bislang vorliegenden, belastbaren Erkenntnissen ist zu prognostizieren, dass durch Amri eine terroristische Gefahr in Form eines (Selbstmord-)Anschlages ausgeht“, hieß es in einem entsprechenden LKA-Schreiben an das nordrhein-westfälische Innenministerium. Dabei würden sich die Ermittler auf einen überwachten Chat vom Februar 2016 stützen, um Amris Gefährlichkeit zu beweisen.

    Das LKA habe deshalb vorgeschlagen, eine Abschiebung des Tunesiers anzuordnen. Diese kam allerdings nie in Kraft. Das Innenministerium in NRW kam dabei zu dem Schluss, dass solche Maßnahmen rechtlich nicht durchsetzbar seien. Sogar nach dem Berliner Anschlag äußerte sich der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger mehrmals, dass es rechtlich nicht möglich gewesen sei, Amri abzuschieben.

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    Der Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Dabei wurden zwölf Menschen getötet und 48 weitere verletzt. Der 24-jährige Attentäter wurde wenige Tage später in Mailand von der Polizei erschossen.

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    Tags:
    Terrorgefahr, Landeskriminalamt (LKA), Ralf Jäger, Anis Amri, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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