08:30 16 Dezember 2019
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    US-Soldaten im Norden von Rakka (Archivbild)

    Syrische Politiker: Was die USA in Rakka „befreien“ wollen

    © REUTERS / Rodi Said
    Politik
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    Die „Befreiung“, so heißt pathetisch die Großoffensive der US-geführten Koalition gegen IS-Terroristen in der syrischen Metropole Rakka. Weltweit berichten Medien darüber. Erstmals beteiligen sich die USA an Kampfhandlungen in Syrien direkt. Doch ist wirklich eine Befreiung Ziel des Westens in Syrien?

    Während die USA ihren Einfluss in der Region zuvor über Verbündete und Statthalter ausübten, beteiligen sie sich nun unmittelbar am Syrien-Krieg. Mit anderen Worten: Die Präsenz der USA in Syrien nimmt weiter zu.

    Das Ziel Washingtons ist dabei eine Teilung Syriens, die Rakka-Offensive ist nur ein dafür geeignetes Instrument, wie der Co-Vorsitzende der syrischen Baath-Partei, Halaf al Miftah, im Sputnik-Interview sagte. „Die Koalition führt in Syrien keinen Krieg gegen den Terror. Ihr Ziel ist die Veränderung der Grenzen im Nahen Osten, die Zerschlagung eines einheitlichen syrischen Staates und die Gründung föderativer Einheiten.“

    „Die US-Amerikaner tun nur zum Schein so, als würden sie gegen den Terror kämpfen. Das wird weltweit groß in den Medien gesendet, man spricht viel darüber. Doch die Lage am östlichen Euphrat ist eine ganz andere“, so der Experte.

    Denn dort bilde eine Gruppe, die die politischen US-Interessen vertritt, eine Einheit, die den Flughafen der Stadt, ein Wasserkraftwerk und Erdölfelder kontrolliert, auf denen täglich 20.000 Tonnen Rohöl gefördert werden.

    „Die Ziele Syriens und Russlands unterscheiden sich grundlegend von jenen der USA, weshalb ihre Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Terror unmöglich ist“, so Al Miftah weiter.

    Dass das Ziel der USA nicht die Befreiung Syriens ist, sieht auch der Politikwissenschaftler Ali al-Ahmed von der Akademie für geostrategische Studien so: „Die internationale Koalition kann Rakka zwar befreien, doch ohne Abstimmung mit der syrischen Führung wird sie zwangsläufig zu einer Besatzungsmacht. Und eine Abstimmung wollen sie auch nicht, weil die USA weltweit ihre eigene Politik betreiben wollen“, so der Experte.

    Wie „The Washington Post“ berichtete, haben die USA Anfang dieses Monats weitere Militäreinheiten in die Nähe von Rakka verlegt – zusätzlich zu den 500 dort bereits stationierten Spezialkräften. Die neuen Einheiten sind laut dem Blatt mit den Haubitzen vom Typ M777 ausgerüstet. Kanonen mit dem Kaliber 155 Millimeter sollen die Offensive durch Artilleriefeuer unterstützen.

    Der TV-Sender „Sky News Arabia“ berichtete, dass die USA letzte Woche gemeinsam mit den syrischen Anti-Regierungstruppen eine Operation nahe der Stadt Tabka durchgeführt haben.

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    Tags:
    Befreiung, Anti-IS-Koalition, Russland, Rakka, Syrien, USA