04:44 24 Januar 2018
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    Eisenbahn (Symbolbild)

    Lettland: Eisenbahn-Mitarbeiter wegen „Spionage für Russland“ angeklagt

    © RIA Novosti. Sergey Pyatakov
    Politik
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    Die Staatsanwaltschaft eines Bezirksgerichts der lettischen Hauptstadt Riga hat den Streckenwärter Alexander Krasnoperow wegen „Spionage zugunsten Russlands“ angeklagt. Dies teilt die offizielle Webseite der lettischen Generalstaatsanwaltschaft mit.

    Dem Eisenbahn-Mitarbeiter wird vorgeworfen, vom 25. Oktober 2015 bis zum 23. September 2016 „regelmäßig, systematisch und zielgerichtet im Auftrag Russlands“ vertrauliche Informationen militärischen Charakters und Geschäftsgeheimnisse gesammelt zu haben. Danach soll Krasnoperow die erbeuteten Daten an eine Kontaktperson in Russland weitergeleitet haben.

    Spionage
    © Fotolia/ Serkat Photography
    Nach Darstellung der Ermittler kam der Streckenwärter „auf illegale Weise“ an Informationen über Bewegungen von Nato-Militärtechnik in Lettland, indem er Aufnahmen der Videoüberwachung und Videoarchiven kopierte. Der Angeklagte soll diese Daten auch im Netz verbreitet haben.

    Die lettische Sicherheitspolizei hatte Krasnoperow Ende 2016 festgenommen. Nach Angaben der lettischen Nachrichtenagentur Leta ist Krasnoperow Mitglied der lettischen oppositionellen Partei Saskaņa und ein Veteran des afghanischen Krieges.

    Aus Sicht des in Lettland berühmten Aktivisten Wladimir Lindermann kann von Spionage jedoch keine Rede sein. Vielmehr gehe es um den leidenschaftlichen Wunsch der Sicherheitspolizei, unter den Anwohnern mindestens einen russischen Spion zu fangen.

    Die Bewegungen von Nato-Militärtechnik auf dem lettischen Territorium sind außerdem kein Staatsgeheimnis: Denn jede Ankunft von Nato-Truppen oder Kriegstechnik der Allianz wird aktiv in den Medien beleuchtet.

     

     

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    Tags:
    Militärtechnik, Anklage, Staatsanwaltschaft, Gericht, Spionage, Eisenbahn, NATO, Russland, Lettland