01:00 25 September 2018
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    Der iranische Präsident Hassan Rohani am Moskauer Flughafen Vnukovo

    Russland trotzt westlichem „Propaganda- und Geheimdienst-Spiel“ um Iran

    © REUTERS / Maxim Shemetov
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    Die Zusammenarbeit mit dem Iran ist für Russland von geopolitischer Bedeutung – besonders vor dem Hintergrund des westlichen Spiels gegen den Kreml. Zu diesem Schluss gelangt die russische Onlinezeitung vz.ru im Hinblick auf den aktuellen Moskau-Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani.

    Die Onlinezeitung schreibt am Dienstag, der wichtigste Schwerpunkt des russisch-iranischen Verhältnisses sei derzeit verständlicherweise Syrien: „Nicht nur die Zukunft Syriens, sondern auch die des Irak, ja des ganzen Nahen Ostens hängt sehr stark vom Vorgehen der Regierungen in Moskau und Teheran ab – und davon, ob und inwieweit deren Handlungen aufeinander abgestimmt werden.“ 

    Auch das Potenzial der bilateralen Kooperation sei riesig. Es gebe schon lukrative Projekte, darunter der AKW-Bau im Iran und die russischen Waffenlieferungen. Der Sinn der gemeinsamen Projekte beschränke sich für Russland jedoch nicht auf rein wirtschaftliche Vorteile, hieß es.   

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    Russland habe derzeit keine unauflöslichen Widersprüche mit dem Iran. Ihre Zusammenarbeit könne zu Frieden und Ordnung in der Region beitragen. Im Zusammenhang mit dem Syrien-Konflikt arbeite Russland an einem Dreieck mit der Türkei und dem Iran. Dadurch lasse sich eine neue Seite in der regionalen Geschichte aufschlagen, kommentiert die russische Onlinezeitung.

    Sie postuliert: „Westliche Länder wie die USA, Großbritannien und zum Teil Frankreich spielen in Sachen Syrien ihr eigenes Spiel; die USA okkupieren teilweise den Irak und Afghanistan, doch ihr Einfluss dort geht zurück. Falls es Russland und dem Iran unter Mitwirkung der Türkei gelingt, einen Frieden in Syrien herbeizuführen, wird dies ein Wendepunkt für die ganze Region sein. Der Einfluss von Moskau, Teheran und Ankara wird nicht bloß zunehmen, sondern alle Nachbarländer werden auch sehen, dass sich eine Lösung ohne traditionelle ‚Lenker’, also ohne westliche Länder finden lässt.“

    „Um dem Westen die Möglichkeit zu entziehen, die arabischen Länder mit der schiitischen Bedrohung einzuschüchtern, die angeblich vom ‚furchterregenden Regime der Ajatollahs‘ ausgeht, wird der russische Einfluss erforderlich sein“, so der Kommentar.

    Dank seiner nahen und freundlichen Beziehungen mit wichtigen sunnitischen Ländern wie etwa mit Ägypten, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten habe Russland das Zeug dazu, ein „gewisser Stabilisator an der Schnittstelle der schiitischen und der sunnitischen Welt“ zu werden, prognostiziert vz.ru. 

    Zwar seien die Widersprüche zwischen den Sunniten und den Schiiten derzeit äußerst zugespitzt: „Doch die Akteure von außen wie die Angelsachsen genießen in der Region keine Autorität mehr. Die von ihnen einst gezogenen Kolonialgrenzen hatten viele Konflikte verursacht. Und nach ihrer direkten militärischen Invasion büßten sie endgültig den Rest des Vertrauens ein.“

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    Russland werde dank seiner geographischen Nähe nicht als Akteur von außen wahrgenommen. Die Kooperation mit dem Iran sei für Russland von geopolitischer Bedeutung. Es gehe um eine äußerst wichtige strategische Wahl, hieß es weiter.

    Der Westen spiele in Sachen Iran ein „Propaganda- und Geheimdienst-Spiel“ gegen Russland: „Es geht um jene Riesenbemühungen, die von den Angelsachsen unternommen werden, um der iranischen Führung und der iranischen Gesellschaft Zweifel an Russlands Verlässlichkeit zu suggerieren. Instrumentalisiert werden auch Moskaus Fehlgriffe von Ende der 2000er Jahre, als Russland im Rahmen seines Spiels mit den USA die Lieferung seiner S-300-Luftabwehrsysteme an den Iran auf Eis gelegt hatte.“

    Russland habe nun jedoch den Kurs einer „geopolitischen Selbstsuffizienz“ eingeschlagen und brauche Partner, die ebenso selbstsuffizient wären. Dazu zähle auch der Iran, schreibt vz.ru zum Schluss.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Propaganda, S-300, Hassan Rohani, Iran, Syrien, Russland