22:33 24 Februar 2020
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    Der jüdische Staat wird nicht seine „Handlungsfreiheit einschränken“, falls er seine Sicherheit durch den Iran oder die Hisbollah gefährdet sieht, betonte der israelische Botschafter in Russland, Gary Koren, in einem Interview mit der Onlinezeitung vz.ru. Er erläuterte, ob sein Land und Russland ihr Vorgehen in Sachen Syrien koordinieren.

    „Israel ist ein Land, das versucht, zu allen gute Beziehungen zu haben und mit allen Freunde zu sein. Nicht alle wollen mit uns befreundet sein, so etwas kommt aber auch unter Menschen vor. Wir möchten mit all unseren Nachbarn im Nahen Osten in Frieden leben“, betonte Koren.

    Die Zusammenarbeit Israels mit den USA und die mit Russland seien „keine inkompatiblen Dinge“, sondern „Komponenten der strategischen Beziehungen“ des jüdischen Staates, so der Botschafter. 

    In Hinblick darauf, ob die Geschehnisse in Syrien dem russisch-israelischen Verhältnis schaden könnten, sagte er: „Der Fakt des Bestehens all dieser Koordinations-Kanäle zwischen unseren Militärbehörden ist schon bekannt. Für das breite Publikum wäre es sinnlos, auf Details einzugehen. Dies könnte nur schaden. Wir sind durchaus zufrieden, dass es einen solchen Kanal gibt.“

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    Es gebe auch Differenzen: „Prinzipiell – nicht taktisch, sondern eben prinzipiell – widerspricht die Tatsache, dass der Iran und die Hisbollah in Syrien auf der Seite des Regimes kämpfen, unseren Interessen. Denn die Haltung des Iran und der Hisbollah zu Israel ist kritisch negativ. Dieses Land und diese terroristische Organisation fordern zu einer Zerstörung Israels auf. Bei Militärparaden in Teheran ist Militärtechnik sogar mit Anschriften in Iwrit versehen, wen diese Raketen anvisieren sollen.“

    „Wir haben unsere Position nie verheimlicht. Benjamin Netanjahu hat nur erneut betont, wie unsere roten Linien sind und dass wir unsere Handlungsfreiheit künftig nicht einschränken werden, wenn wir spüren, dass es eine Bedrohung für unsere nationale Sicherheit durch die Hisbollah oder durch den Iran gibt. Manchmal berichtet die Presse über gewisse Einsätze, die von Israel angeblich absolviert werden, doch da gibt es nichts mehr hinzuzufügen“, sagte Koren.

    Der israelische Premier Benjamin Netanjahu und Russlands Präsident Wladimir Putin
    © AP Photo / Maxim Shemetov
    Israel habe gegenüber dem Islam „nichts als tiefen Respekt“ und könne der arabischen Welt Nutzen bringen: „Denn Israel ist nicht nur ein Bollwerk der Demokratie, sondern auch eine Heimstatt von Wissenschaft, Technologien und Innovationen.“

    „Wegen der bestehenden Situation, die uns aufgezwungen und nicht von uns gewählt wurde, haben wir all unsere Beziehungen in Sachen Handel und Wirtschaft sowie Wissenschaft und Technik außerhalb des Nahen Ostens. Denken Sie aber daran, welche Vorteile die Syrer, die Jordanier, geschweige denn die Ägypter haben könnten. Israel könnte den Nahen Osten positiv umgestalten, wenn unsere Nachbarn zustimmen“, unterstrich der israelische Diplomat.

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    Tags:
    Hisbollah, Benjamin Netanjahu, Gary Koren, USA, Syrien, Israel, Russland