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    Gegenwind aus den eigenen Reihen für Bundeskanzlerin Angela Merkel? Der „Freiheitlich-konservative Aufbruch in der Union“ (FKA) will die CDU wieder auf den rechten Kurs bringen. Etwa 50 parteiinterne Kritiker haben am 25. März eine Bewegung gegründet, die den Wertkonservatismus in der CDU retten will.

    „Viele Mitglieder der CDU, aber auch viele Wählerinnen und Wähler der CDU fühlen sich mittlerweile heimatlos in unserer Partei.“  So erklärte FKA-Pressesprecher Stefan Koch im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke den Grund, warum sich die Gruppe gründete. „Ich selber habe mit sehr vielen Mitgliedern gesprochen, die seit Jahrzehnten in unserer Partei sind und die kurz davor waren, die Partei zu verlassen. Diesen Leuten möchten wir wieder eine Heimat und eine Perspektive bieten.“

    Die Gruppe will laut Koch dafür sorgen, dass „mehr konservative Inhalte in die Politik der CDU gelangen“. Er erinnerte an „fünf katastrophale Wahlniederlagen“ der Partei im letzten Jahr. Es gehe darum, enttäuschte und abtrünnige Mitglieder und Wähler zurück zu gewinnen, „damit bei der Bundestagswahl Angela Merkel Bundeskanzlerin bleiben kann.“

    Es habe innerhalb der CDU „immer drei Flügel“ gegeben, erklärte der FKA-Sprecher. „Wir hatten einen sozialen Flügel, einen liberalen Flügel und immer einen konservativen Flügel, die über Jahrzehnte hinweg gleichberechtigt waren. Dieser konservative Flügel  – der für Patriotismus steht, für innere Sicherheit, aber natürlich auch für begrenzte Zuwanderung – ist in den letzten Jahren nicht mehr so gepflegt worden.“ Das sei manchen in der Parteispitze nicht mehr notwendig erschienen, da es keine andere konservative Partei gab. Das würde sich jetzt rächen, meinte Koch und verwies auf die Alternative für Deutschland (AfD): „Nun ist eine andere Partei entstanden, die die Wähler von uns weggelockt hat und die wollen wir zurückholen.“

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    Das soll unter anderem gelingen, indem ein Ende der Politik der offenen Grenzen gefordert wird. „Wir müssen Leuten, die vor Flucht und Vertreibung zu uns kommen, natürlich dann wirklich helfen, aber das muss sich auf diejenigen beschränken, die wirklich auch echte Flüchtlinge sind.“ Es gebe in Deutschland „mittlerweile sehr viele“, die keine wirklichen Flüchtlinge seien, behauptete Koch im Gespräch.

    Die konservative Gruppe sieht sich nicht als AfD-Kopie innerhalb der Union. Ihr Sprecher sagte, dass Merkel in der Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik noch bis vor einigen Jahren dieselben Positionen vertreten habe, die der FKA heute vertrete. „Die AfD gab es damals noch gar nicht, als wir solche Positionen innerhalb der CDU vertreten haben. Nur weil jetzt die AfD diese Positionen von uns übernommen hat – nicht wir kupfern ja bei der AfD ab, sondern umgekehrt ist ja der Fall –, werden diese Positionen ja nicht auf einmal falsch.“

    Die AfD sei ein „politischer Wettbewerber – genau wie andere Parteien auch“. Laut ihres Sprechers wollen die Wertkonservativen in der Union „ein vernünftiges Angebot herstellen und den Wählerinnen und Wählern unterbreiten“. Das solle auch gegen die  AfD helfen, „denn dann haben wir gutes Potential diese Partei klein zu halten – und das muss auch das Ziel unserer Partei sein.“

    Das Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Partei Alternative für Deutschland (AfD), CDU, Freiheitlich-Konservativer Aufbruch (FKA), Stefan Koch, Angela Merkel, Deutschland