04:39 19 November 2019
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    Krise in Afrika (Symbolbild)

    EU-Parlamentschef warnt vor 30 Mio. neuen Flüchtlingen – und getarnten Terroristen

    © AP Photo / Denis Farrell
    Politik
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    In einem Interview mit der „Welt“ hat der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani seine Besorgnis darüber geäußert, dass innerhalb des nächsten Jahrzehnts bis zu 30 Millionen Migranten aus Afrika nach Europa kommen könnten. Dabei bestehe die Gefahr, dass neben dem „Islamischen Staat“ auch Boko Haram Terroristen unter die Flüchtlinge mischen werde.

    Es gäbe aktuell mehrere große Herausforderungen, denen sich Europa stellen müsse, erklärte Tajani vor dem Hintergrund des 60-jährigen Bestehens der EU. Um negative Folgen auszuschließen, sollte deshalb der Terror sowie die Flüchtlings- und Wirtschaftskrise entschlossener bekämpft werden.

    „Der sogenannte ‚Islamische Staat‘ versucht, Terroristen unter die Flüchtlinge zu mischen. Sie erklären ihnen, dass es doch ganz leicht sei, mit einem Messer oder einem Auto in europäischen Städten zuzuschlagen“, so Tajani.

    Die radikalen Islamisten würden bei einer Niederlage im Nahen Osten zudem alles dafür tun, um Europa als ihren „Feind Nummer eins“ zu treffen. Aus diesem Grund sollte jetzt ein „Qualitätssprung“ beim Kampf gegen den Terrorismus gemacht werden.

    Eine wachsende Gefahr für Europa sehe Tajani auch darin, dass in Nordafrika derzeit eine schwere Krise herrsche und neben dem „Islamischen Staat“ nun auch Extremisten aus anderen Terrororganisation Europa erreichen könnten:

    „Afrika befindet sich in einer dramatischen Lage: Die Wüste frisst Agrarland, die Terrororganisation Boko Haram verfolgt Christen und gemäßigte Muslime, in Nigeria und Niger herrscht Armut, in Somalia Dürre und Bürgerkrieg. Wenn wir es nicht schaffen, die zentralen Probleme in afrikanischen Staaten zu lösen, werden in zehn Jahren zehn, 20 oder sogar 30 Millionen Einwanderer in die Europäische Union kommen.“

    Dabei sollte man auch bedenken, dass Terroristen über sämtliche Routen in die Europäische Union kommen würden. „Ich fürchte allerdings, dass die meisten über die Balkanländer kommen. Die Balkanstaaten sind ein Pulverfass.“

    Angesichts dieser Gefahren solle Europa eine Langzeitstrategie entwickeln. So sollten Tajanis Auffassung nach Milliardeninvestitionen in afrikanische Staaten gemacht und Auffanglager unter Schutz der Vereinten Nationen und europäischer Streitkräfte errichtet werden. „Ich stelle mir provisorische Städte vor, mit Krankenhäusern und Einrichtungen für Kinder, wo die Menschen vorübergehend leben können.“

    Die Europäer müssten sich derweilen aber an verstärkte Polizeikontrollen gewöhnen: „Ich würde mich freuen, öfter von der Polizei kontrolliert zu werden. Das bedeutet, dass sie ihren Job macht.“

    Um jedoch bei der Einwanderungskrise eine Überfremdung der Kultur auszuschließen, müssen die Europäer laut Tajani ihre Identität und Werte verteidigen: „Wer eine starke Identität hat, braucht vor anderen keine Angst zu haben.“

    Andernfalls sei damit zu rechnen, dass die Ankömmlinge ihre eigenen Regeln aufstellten. Doch auch hier sieht Tajani einen Ausweg: „Integration geht am besten, wenn man selbst eine starke Identität hat. Nur die Schwachen werden kolonisiert.“

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    Tags:
    Flüchtlinge, Migranten, Nordafrika, Afrika, Naher Osten, Europa