15:20 12 Dezember 2017
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    "Eindämmungs-Kampagne": Sacharowa über deutschen Boykott-Vorschlag zur Fußball-WM

    © Sputnik/ Igor Zarembo
    Politik
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    Die neu aufgeflammte Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-WM in Russland 2018 ist Teil „einer strategischen Eindämmungs-Kampagne“. So kommentierte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa die jüngsten Äußerungen des CDU- Politikers Michael Fuchs, wonach Russland die WM 2018 nicht ausrichten dürfe.

    Den Vorschlag, die Fußball-WM in Russland zu boykottieren, habe man noch lange vor „den Festnahmen der Teilnehmer der nichtsanktionierten Demo in Moskau“ gehört, schrieb Sacharowa auf Facebook.

    „Das ist Teil einer Kampagne, einer globalen Strategie, die von westlichen Analytikern zur Eindämmung Russlands entwickelt wurde.“

    Moskau habe davon anhand von entsprechenden Daten schon im Voraus gewusst: Gerade am 23. März habe das russische Außenministerium bei einem Briefing vor Aktivitäten des Westens gewarnt, deren Ziel die Nichtzulassung der WM in Russland sei. Man werde dafür alle möglichen Informations-Möglichkeiten und den Einfluss auf die öffentliche Meinung nutzen, erklärte das russische Außenamt.

    Laut Sacharowa hat die Debatte um einen möglichen WM-Boykott nichts mit der Sicherheitslage und der Achtung der Menschenrechte in Russland zu tun. Sonst würde Deutschland auf die Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine verzichten, wo es zurzeit einen „Bruderkrieg“ gebe und wo sowohl ukrainische als auch ausländische Bürger getötet würden und wo man von irgendwelchen „Freiheiten“ überhaupt nichts gehört habe.

    „Was hält also Berlin von einem Boykott des ESC in Kiew angesichts des Sicherheitsniveaus in diesem Land und der Achtung der Menschenrechte?“, so Sacharowa weiter.

    Die Kampagne gegen die WM in Russland habe erst angefangen, betonte die Außenamtssprecherin. „Wir werden alles offenlegen und Teile dieses Informations-Karussells zeigen“, betonte Sacharowa weiter.

    Am vergangenen Dienstag hatten deutsche Medien berichtet, dass deutsche Politiker nach den jüngsten Anti-Korruptions-Protesten in mehreren russischen Städten wieder einmal über einen möglichen Boykott der Fußball-WM 2018 diskutieren. So habe der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, sich entschieden gegen die Austragung der WM in Russland ausgesprochen. „Ein Land, das nicht einmal die elementarsten Bürger- und Grundrechte garantieren kann, sollte grundsätzlich keine Weltmeisterschaft ausrichten“, sagte Fuchs.

    Die Moskauer Polizei hatte am vergangenen Sonntag zahlreiche Menschen bei einer behördlich nicht genehmigten Demo im Stadtzentrum festgenommen. Nach Angaben der Ordnungskräfte nahmen mehr als 7000 Menschen, darunter viele junge Leute, an der Aktion teil. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte die Demonstration als Provokation eingeschätzt.

     

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    Tags:
    Eindämmung, Kampagne, Fußball-WM, Boykott, Maria Sacharowa, Michael Fuchs, Deutschland, Russland
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