19:57 21 August 2017
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    Nach dem Putschversuch in der Türkei

    US-Botschaft begründet Anruf bei mutmaßlichem Putsch-Anführer Öksüz

    © AFP 2017/ Dimitar Dilkoff
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    Die US-Botschaft in Ankara hat auf ihrer offiziellen Webseite erklärt, warum sie den mutmaßlichen Anführer des Putschversuchs in der Türkei, Adil Öksüz, angerufen hat.

    In ihrer offiziellen Mitteilung bestätigte die Behörde, dass sie am 21. Juli 2016 Adil Öksüz angerufen habe.

    „An diesem Tag hat sich die türkische Nationalpolizei an die US-Mission in der Türkei gewandt, um die Flucht von Öksüz aus der Türkei zu verhindern“, hieß es.

    Die US-Botschaft betonte dabei, dass sie sein Visum annulliert und gemäß den amerikanischen Gesetzen versucht habe, ihn darüber zu informieren. Dieser Anruf gilt laut der US-Botschaft als Beweis für eine enge Kooperation der Strafverfolgungsbehörden zwischen den beiden Ländern.

    Zuvor hatten türkische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Ankara mitgeteilt, dass Öksüz am 21. Juli, mehrere Tage nach dem Putschversuch in der Türkei, einen Anruf von einer Telefonnummer der amerikanischen diplomatischen Mission erhalten habe.

    Im November 2016 hatte die Agentur Anadolu gemeldet, dass Öksüz und der zweite Putsch-Anführer Kemal Batmaz 2016 viermal im Jahre die USA besucht hätten. Zum letzten Mal waren sie dort im Zeitraum vom 11. bis 13. Juli. Kurz nach dem Putschversuch soll Öksüz festgenommen, aber später freigelassen worden sein. Derzeit wird nach ihm gefahndet.

    In der Nacht zum 16. Juli war in der Türkei ein Putschversuch unternommen worden, den die Behörden aber schnell unterdrücken konnten. Jüngsten Angaben zufolge waren bei den Zusammenstößen, die hauptsächlich in Istanbul und Ankara stattfanden, sind 246 türkische Bürger (die Putschisten nicht mitgerechnet) ums Leben gekommen und mehr als 2100 Menschen verletzt worden.

    Ankara beschuldigt den in den USA lebenden oppositionellen türkischen Prediger Gülen, der Drahtzieher des Putschversuches gewesen zu sein. Gülen selbst verurteilte diese Tat und betonte, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Washington weigert sich bislang, Gülen an Ankara auszuliefern, was mit Mangel an Beweisen begründet wird.

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    Tags:
    Anführer, Anruf, Putschversuch, USA, Türkei
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