21:52 19 Juni 2018
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    Kiews Kurs auf gewaltsame Ukrainisierung ist „Sprachgenozid“ – Moskau

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    Politik
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    Moskau bewertet Kiews Kurs auf eine totale Ablehnung der russischen Sprache und eine gewaltsame Ukrainisierung als Sprachgenozid. Das sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag bei einem Pressegespräch.

    „Ich möchte die Absicht Kiews kommentieren, die gewaltsame Ukrainisierung aller Lebensbereiche gesetzlich zu verankern. Die Behörden setzen den Kurs auf eine totale Entrussifizierung und gewaltsame Ukrainisierung des Landes fort“, so Sacharowa.

    Neben den absolut odiösen Gesetzen, die der russischsprachigen Bevölkerung in der Ukraine das Recht entzogen hätten, objektive Informationen in ihrer Muttersprache zu bekommen, wolle nun Kiew das Verbot der russischen Sprache selbst faktisch amtlich bestätigen.               

    „An und für sich wird ein Sprachgenozid auf staatlicher Ebene eingeführt“, betonte die Sprecherin.   

    Der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) wurde ihr zufolge der Gesetzentwurf vorgelegt, der eine obligatorische Verwendung der ukrainischen Sprache in ausnahmslos allen Lebensbereichen vorsehe.

    „Die Billigung von derartigen Dokumenten bedeutet eine faktische Legalisierung der gewaltsamen Ukrainisierung des Landes, einen gesetzlich verankerten Kampf nicht nur gegen die russische Sprache und Kultur, sondern auch gegen die Sprachen anderer in der Ukraine lebenden ethnischen Gruppen“, so Sacharowa.

    Eine solche gesetzgeberische Tätigkeit sei nichts anderes, als ein Instrument zur Rechtseinschränkung und der Bekämpfung des Andersdenkens.    

    Zuvor war im ukrainischen Parlament der Gesetzentwurf registriert worden, der die Auftritte vor dem Parlament in jeder Sprache außer der ukrainischen verbieten würde. Das Dokument wurde von Parlamentssprecher Andrej Parubij initiiert. 

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    Tags:
    Entrussifizierung, Ukrainisierung, Außenministerium Russlands, Werchowna Rada, Andrej Parubij, Maria Sacharowa, Ukraine, Russland
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