20:52 24 Juli 2017
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    Spielzeugsoldaten. Symbolbild

    Moskauer Sicht auf Militärübungen mit „russischen“ Statisten in Deutschland

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    Politik
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    Die von Nato und US Army in Deutschland geplante Kampfübung mit russischsprachigen Statisten bestätigt die feindlichen Absichten der Allianz, sich auf Kampfhandlungen gegen Russland vorzubereiten. Moskau muss auf allen Ebenen seine Position dazu äußern, sagte der Sicherheitspolitiker Alexej Puschkow.

    „Ich vermute, dass wir über den Russland-Nato-Rat, das Verteidigungsministerium und das Außenministerium natürlich vorstellig werden müssen, da derartige Informationen eindeutig feindliche Absichten zur Vorbereitung von Kampfhandlungen in Bezug auf Russland bedeuten, obwohl in der Öffentlichkeit das Gegenteil behauptet wird“, erklärte Puschkow vom Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses im russischen Föderationsrat.

    Wie der Sicherheitspolitiker betonte, geht es im gegebenen Fall nicht nur um die USA, sondern um die gesamte Nordatlantikallianz, da die USA in Europa keine eigenen Stützpunkte besitzen. Sie seien alle in die Nato-Struktur integriert.

    „Die Suche von russischsprachigen Rollenspielern für die Übung bestätigt die Pläne zur Ausbildung  von Soldaten und Offizieren für Einsätze auf jenen Territorien, wo vorrangig Russisch gesprochen wird, und solche Territorien sind nicht  gerade vielzählig – das sind die Ostukraine und Russland“, so Puschkow. Die Nato halte sich seines Erachtens weiterhin an den Mythos von der angeblichen russischen Bedrohung und setze auf dessen Grundlage ihre Expansion fort.

    Wie er feststellte, „bestätigen die Nato und die USA unsere Befürchtungen hinsichtlich der Stützpunkte für ein Reagieren in Polen sowie hinsichtlich der Verlegung von Militärtechnik in die Länder des Baltikums“.

    Der Sprecher des Gemeinsamen multinationalen Militär-Ausbildungszentrums in Deutschland und Hauptmann der US Army, Chris Bradley, hatte zuvor gegenüber RIA Novosti erklärt, dass die in Deutschland geplanten Militärübungen der US-Truppen, für die aktuell russischsprachige Statisten gesucht würden, „keine Vorbereitung auf irgendetwas“ seien, sondern „die amerikanischen Soldaten und ihre Bündnispartner“ darauf vorbereiten sollen, „ein ganzes Spektrum von Problemen zu meistern, mit denen sie sich in der Welt konfrontiert sehen können“.  Bradley zufolge solle „die Präsenz von Leuten, die verschiedene Sprachen sprechen, aber ebenso von verschiedenen Bündnispartnern, die an der Übung teilnehmen, die Komplexität der Szenarios gewährleisten“.

    Sitzung des Russland-Nato-Rates: Welche Erwartungen haben beide Seiten?

    Die deutsche Casting-Firma Optronic HR GmbH, die im Projekt „Civilian on the Battlefield" („Zivilisten auf dem Schlachtfeld“) speziell Statisten für Militärübungen sucht, soll bereits bestätigt haben, dass sie nun russischsprachige „Statisten für Rollenspiele bei amerikanischen Trainingseinsätzen in Deutschland“ suche. Die Tagesvergütung soll laut dem auf dem offiziellen Berliner Stadtportal berlin.de aufgetauchten Stellenangebot für russischsprachige „Rollenspieler/innen für die Teilnahme an den Nato-Übungen“ 88 bis 120 Euro betragen. Die Übung soll zwei Wochen dauern.

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    Tags:
    NATO, Alexej Puschkow, Deutschland, USA, Russland
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