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    EBU: „Mehrere Länder bereit zu Eurovision-Boykott – Ukraine-Ausschluss denkbar“

    Collage by Golos Stolizy
    Politik
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    2027111

    „Wir sind verärgert!“: In einem publik gewordenen Brief an den ukrainischen Premier Wladimir Groisman hat die European Broadcasting Union (EBU, Veranstalter des Gesangswettbewerbs) Kiew mit harten Sanktionen gedroht, falls die russische ESC-Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise und damit die Songcontest-Teilnahme weiterhin verwehrt werden sollte.

    Ein Scan des besagten Briefes ist zuvor auf einer ESC-Fanseite aufgetaucht. Unter anderem wird in dem Dokument, das am 23. März abgesendet wurde, der ukrainischen Seite nahegelegt, dass das „inakzeptable Einreiseverbot“  für die russische ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa gegen die Regeln und Traditionen des Song Contests verstoße. Gegenüber Sputnik hat die Pressestelle des Eurovision Song Contests die Echtheit des Briefes bestätigt.

    „Sollte dieses Verbot (Einreiseverbot für Samoilowa – Anm. d. Red.) durch Ihr Amt bestätigt werden, wird  es sicherlich sehr große negative Auswirkungen auf den internationalen Ruf der Ukraine als eine moderne, demokratische europäische Nation haben“, heißt es im Brief, der von der Direktorin der Rundfunkunion, Ingrid Deltenre, unterschrieben wurde.

    Es erübrige sich zu sagen, dass die EBU zudem auch wegen des Schadens auf den Eurovision Song Contest und die Union selbst besorgt sei, der durch ein Einreiseverbot verursacht werden würde.

    „Die aktuelle Situation ruft Ärgernis unter unseren Mitgliedern – den European Broadcasters in ganz Europa – aus, und wir haben auch Benachrichtigungen von einer Reihe von ihnen erhalten, wo diese Entscheidung kritisiert wird und als ein Grund für eine Nichtteilnahme an der Veranstaltung genannt wird“, wird im Schreiben betont. 

    Kiew solle demnach sicherstellen, dass das Verbot, das erst gar nicht mit der EBU abgesprochen worden sei, aufgehoben werde. 

    „Wir betrachten das gegenwärtige Verbot für die russischen Sängerin als inakzeptabel. Als Folge könnte die UAPBC (das ukrainische Staatsfernsehen – Anm. d. Red.) von künftigen Veranstaltungen ausgeschlossen werden.“

    Kiew solle bedenken, dass falls das Szenario einer Nichtteilnahme von Samoilowa stattfinden sollte, die „künftige Beteiligung der Ukraine am ESC unter  Gefahr ist.“

    „Wir sind zunehmend frustriert, und in der Tat verärgert, dass der diesjährige Wettbewerb als ein Instrument in der andauernden Konfrontation zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine genutzt wird.“

    Zuvor hatte auch „SonntagsBlick“ unter Berufung auf Ingrid Deltenre mitgeteilt, dass die EBU Sanktionen gegen die Ukraine ergreifen würde, falls die Situation um die Sperrung der russischen ESC-Kandidatin Julia Samoilowa demnächst nicht geklärt werden sollte.

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    Tags:
    Sängerin, Eurovision Song Contest (ESC), Europäische Rundfunkunion (EBU), Ingrid Deltenre, Julia Samoilowa, Kiew, Russland, Ukraine