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    US-Militärs geraten an Frontlinie in Syrien vor Kameras von RT - VIDEO

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    Ausbilden, beraten, unterstützen – lautet der offizielle Auftrag der US-Truppen in Syrien. Doch ist immer öfter zu hören, dass die USA sich direkt an den Kämpfen in Syrien beteiligen. Die RT-Korrespondentin Lizzie Phelan war in der syrischen Stadt Tabka, unweit der IS-Hochburg Rakka. Sie berichtet über die Lage vor Ort.

    Dass die USA in Syrien präsent sind, ist an sich nichts Neues. Denn die US-Amerikaner sind dort vor Ort, um die Demokratischen Kräfte Syriens „zu trainieren, zu beraten und zu unterstützen“, wie es offiziell heißt. An Kämpfen beteiligen sie sich angeblich nicht.

    Doch US-Verbündete erklärten gegenüber „RT“, dass die Amerikaner immer wieder mit ihnen gemeinsam in den Kampf ziehen. Vor der Kamera wollten sie sich dazu jedoch nicht äußern, wie Lizzie Phelan sagt.

    ​„Ich kann nicht darüber reden, welche Rolle die US-Soldaten in Tabka spielen“, sagte ein Vertreter der Demokratischen Kräfte Syriens laut der Korrespondentin. Zugleich erklärt er, dass die Vereinigten Staaten IS-Stellungen massiv unter Beschuss nähmen und dafür Mörsergranaten und Raketenwerfer einsetzten.

    „Durch den massiven Beschuss wird der IS von unseren Truppen kräftig in die Mangel genommen. Die Zivilisten sind alle geflüchtet. Sie suchen in Gebieten Zuflucht, die wir kontrollieren“, sagte ein Vertreter der kurdischen Kräfte laut dem Sender.

    Die US-Truppen sind noch in der Amtszeit Barack Obamas nach Syrien geschickt worden, im Rahmen des Programms „Train und Assist“ („Trainieren und Unterstützen“). Die US-Militärberater würden ausschließlich dazu in die Arabische Republik geschickt, um die US-Verbündeten auszubilden, zu beraten und zu unterstützen, hieß es. Eine direkte Beteiligung an Kampfhandlungen schloss das Weiße Haus damals aus. Wie sich die US-amerikanische Präsenz in Syrien unter Trumps Führung entwickeln werde, bleibe vorerst unklar, so Phelan. Bislang steige die Zahl der US-Soldaten dort jedenfalls.

    So wurden Anfang März 400 Marinesoldaten der US-Streitkräfte nach Syrien verlegt. Dies sei notwendig gewesen, um die Befreiung Rakkas voranzubringen, sagte Oberst John Dorian, Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, laut „RT“. Zu den neuen Truppen zählen auch die US Army Rangers, eine Spezialeinheit, die auf Aufklärung und verdeckte Operationen hinter den feindlichen Linien spezialisiert ist.

    Die Lage in Tabka bleibt derweil sehr gefährlich. Zwar haben die Demokratischen Kräfte den Flughafen der Stadt zurückerobert und greifen weiter IS-Stellungen an. Doch sind die beiden Städte Tabka und Rakka in großer Gefahr, weil ein Staudamm in der Region wegen Dauerbeschuss einzubrechen droht. Wird der viereinhalb Kilometer lange und 60 Meter hohe Damm zerstört, werden beide Städte überflutet.

    Den Großteil des Staudamms kontrolliert derzeit die Terrormiliz. Sie lassen es nicht zu, dass das Wasser des Stausees abgelassen wird. Indes hat es einen kritischen Stand erreicht. Auch Reparaturmannschaften lassen die Terroristen nicht an den Staudamm heran. Jedes Mal, wenn sich Bauleute dem Damm nähern, eröffnet der IS das Feuer.

    Im November letzten Jahres haben die syrischen Kurden mit US-Unterstützung ihre Rakka-Offensive begonnen. Rund 30.000 Soldaten der Demokratischen Kräfte sind an der Operation „Zorn des Euphrats“ beteiligt. Die US-Spezialkräfte sind mit weiteren 500 Mann ebenfalls dabei – alles Berater und Ausbilder, die nach Washingtons Angaben an den Kämpfen nicht beteiligt sind. Anfang März wurden die US-Spezialkräfte durch weitere Einheiten und schwere Waffen verstärkt, durch 155-mm-Kanonenhaubitzen M777 zum Beispiel.

    Auch syrische Regierungstruppen stoßen in Richtung Rakka vor. 2014 haben sie die Kontrolle über die gleichnamige Provinz verloren. Der syrische Präsident Baschar Assad erklärte bereits mehrmals, dass er die Präsenz von US-Truppen auf syrischem Boden als Besatzung wertet. Denn Damaskus hat Washington keine Erlaubnis gegeben, Militäroperation in Syrien durchzuführen:

    „Jede Militäroperation in Syrien ohne Abstimmung mit der Regierung ist rechtswidrig. Jede Präsenz von Truppen auf syrischem Boden ist eine Invasion, unabhängig davon, ob es um die Befreiung Rakkas oder einer anderen Stadt geht“, sagte Assad laut „RT“.

    Zudem zweifle er an den guten Absichten der westlichen Koalition gegenüber seinem Land, betonte der Präsident. „Wir alle wissen, dass die Koalition nie die Absicht hatte, den IS und die Terroristen zu bekämpfen. Wir müssen uns die Frage stellen, was die wirklichen Absichten der Koalition sind. Rakka befreien? Aber von wem? Vom IS? Und an wen soll die Stadt danach übergeben werden? Ihr Plan ist nicht, der syrischen Regierung zu helfen und Syriens Souveränität zu verteidigen. Sie wollen etwas Anderes“, so Assad laut dem TV-Sender.

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