19:58 15 Dezember 2019
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    Die Nachrichtenagentur Sputnik

    Prag kommentiert Vertragskündigung mit Sputnik durch Bratislava

    © Sputnik / Konstantin Chalabov
    Politik
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    Laut dem Pressesprecher des tschechischen Präsidenten, Jiri Ovcacek, ist politischer Druck auf freie Medien in einer freien Gesellschaft unzulässig. Der Sprecher nahm damit Stellung zur Situation um den Ausstieg der slowakischen Nachrichtenagentur TASR aus einem Vertrag mit dem russischen Nachrichtenportal Sputnik.

    Nur einen Tag nach der Unterzeichnung des Vertrages mit Sputnik hatte TASR den Beginn eines Kündigungsverfahrens gemeldet. Zuvor war bekannt geworden, dass der Ausschuss für Kultur und Massenmedien des slowakischen Parlaments den Direktor der Agentur TASR zu einer Sitzung eingeladen hatte, um ihn über die Kooperation mit Sputnik berichten zu lassen. Zur gleichen Zeit haben größere tschechische und slowakische Medien TASR wegen des Vertrages „mit der kremlorientierten Agentur“ heftig kritisiert.

    „Wir haben aus Medien über die entstandene Situation erfahren“, so Ovcacek.

    Laut dem slowakischen Ex-Premier Jan Carnogurksy muss festgestellt werden, dass „die slowakischen Medien leider engagiert sind. Das bedeutet, dass es im Land keine Redefreiheit gibt.“

    Die slowakische Seite habe gezeigt, dass sie Angst vor einem Standpunkt habe, der zum westlichen Mainstream alternativ sei, sagte Carnogursky in einem Interview mit Sputnik Czech, das auch von Radio Sputnik ausgestrahlt wurde. Sputnik sei im Westen zu einem „Popanz“ gemacht worden. Das russische Nachrichtenportal werde überall als „Sprachrohr der Kreml-Propaganda“ bezeichnet. Dies werde auf der Ebene des Europäischen Parlaments getan und dieser Standpunkt sei zu einer Schablone für westliche Medien geworden, so Carnogursky.

    Die Behörden der EU-Länder hatten bereits früher einschränkende Maßnahmen gegen die Nachrichtenagentur und den Rundfunk Sputnik verhängt. So hatte das Europaparlament im November 2016 das EU-Strategiepapier „Strategische Kommunikation der EU, um gegen sie gerichteter Propaganda von Dritten entgegenzuwirken“ verabschiedet, welches sich explizit auch gegen russische Medien, darunter Sputnik und RT, richtet.

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