22:28 29 November 2020
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    Die Online-Zeitschrift „American Thinker“ hat die haltlosen Klischees über den jüngsten US-Präsidentschaftswahlkampf und die angebliche Einmischung Russlands für die tiefe Spaltung und die Krise der US-amerikanischen Gesellschaft verantwortlich gemacht und empfohlen, die Falschmeldungen nicht mehr ernstzunehmen.

    Seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts hätten die USA noch keine Krise von dem heutigen Ausmaß erlebt, die durch Fake-News verursacht worden wäre, so die Zeitung.

    Die US-Gesellschaft habe sich zwar 1968 in einem ähnlichen psychischen Zustand befunden, wo das Land auch tief gespalten worden sei in der Frage, wie man die bestehenden Differenzen bewältigen könne. Es habe damals auch anhaltende Proteste und Gewalt gegeben, und das Vertrauen der Nation in ihre Institutionen sei rapide gesunken. Es gebe jedoch einen bedeutenden Unterschied zwischen der heutigen Situation und der vor einem halben Jahrhundert.

    Moskauer Kreml
    © Sputnik / Alexei Druzhinin/Anton Denisov/Pressedienst des Präsidenten von Russland

    Damals habe es nämlich tatsächliche Gründe für die Unzufriedenheit gegeben, wie beispielsweise die gescheiterte Militärkampagne in Vietnam, die Zusammenstöße der Protestierenden mit der Polizei und die Attentate auf Martin Luther King und Robert Kennedy. Zurzeit gebe es aber keine tatsächlichen Ereignisse, die das Land in solch einer Weise hätten beeinflussen können.

    Es gebe schlicht „Narrationen, die die linksorientierten Medien aus dem Nichts gemacht" hätten, schreibt der Verfasser des Beitrags, David Prentice.

    Das Sortiment der Klischées, die in den vergangenen vier Monaten von den linksorientierten US-Medien rund um die Uhr ausgestrahlt worden seien, laufe auf das Folgende hinaus: Trump und die Russen würden unter einer Decke stecken; Trump sei Hitler ähnlich, dumm, böse sowie rassistisch sei er und wolle alle Muslime „verbieten"; Obama sei dagegen ein wunderbarer Präsident gewesen, perfekt und sachkundig; Hillary Clinton sei eine reine und ehrliche Heldin, die sich für das Gute einsetze.

    Die wirklichen Fakten würden aber besagen: Trump habe gesiegt und Clinton habe verloren, die Demokratische Partei sei machtlos, und der „heilige" Obama habe nichts Gutes hinterlassen.

    Zu dem Thema, das seit dem Dezember 2016 die US-Berichterstattung dominiere, nämlich die angebliche Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl und die „geheime Absprache" der Russen mit Trump hätten die Berichterstatter und Redakteure keinen einzigen Beweis vorgelegt, betont der Autor.

    Zumal sei die Idee selbst, Trump wäre eine „Marionette von Putin", albern und lächerlich. „Wozu hätte Putin die perfekte Fügsamkeit der Obama-Clinton-Axe wechseln wollen?", fragt der Verfasser. Der Neustart im Verhältnis zu Russland, die Reduzierung der US-Armee unter Obama, die total untaugliche schwache Außenpolitik von Obama und Clinton — für Putin hätte es zahlreiche Gründe gegeben, Clinton bevorzugt zu haben, ist sich der Autor sicher.

    Wozu hätte Putin sich anstatt dieser „schwachen Frau" einen „Kämpfer" im Weißen Haus wünschen müssen, eine „Bulldogge", eine Person, die versprochen habe, die Größe Amerikas zu bekräftigen, die weltweit stärkste Armee aufzubauen und mit Russland als einem Akteur auf dem Energiemarkt zu rivalisieren und dieses zu schlagen?

    Die Demokraten und der „Medien-Komplex" würden sich mit solchen Narrationen täglich lächerlich machen, wertet der Verfasser des Artikels die Lage aus. Allerdings sei die von ihnen aufgeblähte Hysterie gefährlich.

    Außerdem würden die gewählten Amtsträger, die eher konservativ seien, mit diesem „Unsinn" nicht gut fertig. „Ich verstehe, das Stockholm-Syndrom ist schwierig zu bewältigen, aber, um Gottes Willen, hört auf, diese Narrationen ernst zu nehmen, weil sie nicht ernsthaft sind. Das ist eine moderne Version von „Des Kaisers neue Kleider", und nichts mehr."

    Prentice fordert also die Mitglieder und die Anhänger der neuen US-Administration auf, sich an die Fakten zu halten: Wenn man auf diese haltlosen Erzählungen über Machenschaften von Russen anders als mit Lachen und Spott reagiere, sei es, als ob man jemandem erlaube, ein Schild mit der Aufschrift „Tritt mich!" auf seinen Rücken zu hängen. Für die Republikaner sei es an der Zeit, dieses Schild abzunehmen und sich an die Wahrheit zu halten, schreibt Prentice abschließend.

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    Tags:
    Fake-News, Medien, Barack Obama, Hillary Clinton, Donald Trump, Russland, USA