02:12 12 Dezember 2019
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    Vucic geniesst den Sieg

    Nach Vucic' Wahlsieg: „Antirussische Politiker haben in Serbien keine Erfolgschancen“

    © AFP 2019 / Andrej Isakovic
    Politik
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    Vor dem Hintergrund des Sieges des serbischen Regierungschefs Aleksandar Vucic bei der Präsidentschaftswahl im Land beschäftigen sich russische Experten mit der Frage, wie sich dessen Politik gegenüber Russland und Europa gestalten wird.

    „Eine wesentliche Mehrheit der serbischen Bürger spricht sich für weitere Reformen aus, für eine Fortsetzung des europäischen Wegs Serbiens, wobei die traditionelle Freundschaft mit Russland und China weiter bestehen soll“, sagte Vucic laut der russischen Agentur RIA Novosti nach seinem Wahlsieg.

    Jelena Guskowa, Balkan-Expertin des russischen Instituts für Slawenkunde, prognostizierte allerdings, Vucic werde als Präsident eine prowestlichere Politik betreiben und sich allmählich von Moskau entfernen.

    „Seine Schritte in Richtung Europas und der Nato sind sehr deutlich. Er sagte immer, dass es keine Alternative zur EU gebe. Dass er zu einer prorussischen Rhetorik greift, den Ankauf russischer Waffen für die serbische Armee unterstützt sowie gemeinsame Militärübungen und den Handel mit Russland begrüßt, geht lediglich auf den Einfluss der öffentlichen Meinung in Serbien zurück. Denn ein antirussischer Politiker hat in diesem Land keine Chancen auf Erfolg“, sagte Guskowa der Onlinezeitung gazeta.ru.

    Sergej Schelesnjak, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), zeigt sich optimistisch. Der Wahlsieg von Vucic sei ein Beitrag zu Stabilität sowohl in Serbien als auch generell in Europa, so Schelesnjak am Montag vor Journalisten.

    „Das gegenwärtige Serbien hält an der friedliebenden Politik einer militärischen Neutralität und einer internationalen Multi-Vektor-Kooperation fest und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung neuer europäischer Realitäten, wo es keinen Platz für Block-Denken und für jene Entscheidungen geben darf, die von außen aufgezwungen werden. Deshalb ist der Sieg von Aleksandar Vucic sowohl für Serbien als auch für Europa im Allgemeinen von Bedeutung“, unterstrich Schelesnjak. 

    Serbien vor Präsidentenwahl – kommt der Wechsel von prorussisch zu proeuropäisch?

    „Dieser politische Sieg eröffnet neue Möglichkeiten für eine weitere intensive Umsetzung des einzigartigen Potenzials der jahrhundertelangen Freundschaft und Kooperation zwischen Russland und Serbien“, so der Duma-Abgeordnete. 

    Im März hatte Vucic als Ministerpräsident zunächst Berlin und dann Moskau besucht. Nun sagte er: „Besonders möchte ich mich bei Frau Merkel und bei Wladimir Putin dafür bedanken, dass sie es wagten, mit Serbien und mit mir als Regierungschef während des serbischen Wahlkampfes zu verhandeln (…) Ich danke ihnen dafür – dies zeugt davon, dass sie von Serbien gut und auch von mir nicht so schlecht denken.“ 

    Wie die serbische Wahlbehörde am Montagvormittag mitteilte, konnte Vucic bereits im ersten Wahlgang laut Hochrechnungen mehr als die Hälfte aller Stimmen holen. Damit erübrigt sich die Stichwahl.

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    Tags:
    Präsidentenwahl, EU, NATO, Sergej Schelesnjak, Aleksandar Vučić, Belgrad, Serbien, Moskau, Russland