22:43 20 Juli 2017
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    Flugabsturz in Smolensk

    Smolensk-Absturz: Polen beschuldigt nun russische Fluglotsen – Kreml antwortet

    © RIA Novosti. Ilya Pitalev
    Politik
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    Der Kreml hat die jüngsten Vorwürfe der polnischen Behörden gegen die russischen Fluglotsen im Zusammenhang mit der Flugzeugkatastrophe bei Smolensk 2010, bei der unter anderem der damalige polnische Präsident Lech Kaczyński umgekommen war, zurückgewiesen.

    „Die Position ist klar: unsere Ermittlungsbehörden befassen sich mit dem Fall… Natürlich sind die Umstände dieser Tragödie, dieser Katastrophe schon ziemlich gründlich untersucht und erforscht worden, und natürlich ist es nicht möglich, solchen Schlüssen zuzustimmen. Die Arbeit wird fortgesetzt“, sagte Peskow am Montag gegenüber Journalisten. 

    Zuvor hatte die polnische Staatsanwaltschaft den russischen Fluglotsen und einer „dritten Person“ vorgeworfen, den Absturz der Tu-154 bei Smolensk bewusst verursacht zu haben.

    „Es sind bereits Beweise gesammelt worden, welche den Staatsanwälten ermöglicht haben, neue Vorwürfe gegen die Fluglotsen sowie gegen eine dritte Person, die sich im Tower befunden hatte, wegen eines bewussten Provozierens der Katastrophe zu erheben, die zahlreiche Leben gefordert hat“, sagte der stellvertretende Staatsanwalt Polens Marek Poschtschenek in einer Pressekonferenz in Warschau.

    Polen wolle nun Russland um rechtliche Hilfe zur Befragung der russischen Fluglotsen ersuchen.

    Am 10. April 2010 war der polnische Präsidentenjet bei Smolensk in Westrussland abgestürzt. Alle 96 Personen an Bord kamen ums Leben, darunter viele polnische Spitzenpolitiker sowie Präsident Lech Kaczynski. Sie waren auf Einladung des damaligen russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung im Rahmen des 70. Jahrestages des „Massakers von Katyn“.

    Nach Angaben der russischen Ermittler war der Absturz unmittelbar darauf zurückzuführen, dass die Piloten die Wetterwarnungen der russischen Fluglotsen ignorierten und beschlossen, trotz dichten Nebels in Smolensk zu landen. Polens damaliger Luftwaffenchef Andrzej Blasik soll mit 0,6 Promille Alkohol im Blut die Piloten trotz wiederholter Warnungen der russischen Fluglotsen zur Landung gezwungen haben.

     

     

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    Tags:
    Vorwürfe, Ermittlungen, Flugzeugabsturz, Lech Kaczynski, Dmitri Peskow, Polen, Russland
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