11:49 13 Dezember 2017
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    Auf einmal vergessene Partnerschaft: Berlin-Senat sieht keinen Bezug zu Petersburg

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    Bombenanschlag in der Sankt Petersburger U-Bahn (63)
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    Der Berliner Senat fühlt mit den Menschen in Sankt Petersburg. Dies äußerte Pressesprecherin Claudia Sünder auf eine Anfrage von Sputnik. Dennoch sei man bei der Entscheidung über die Beleuchtung des Brandenburger Tors davon ausgegangen, ob es einen besonderen Bezug zu der Stadt gebe – und den gibt es offenbar nicht, trotz Bezirkspartnerschaft.

    „Zunächst dürfen Sie sicher sein, dass die Anteilnahme und Betroffenheit angesichts terroristischer Anschläge ganz unabhängig von einer existierenden Partnerschaft ist. Wir fühlen mit den Menschen in St. Petersburg. Das Äußern von Trauer und Solidarität in einem solchen Fall ist unabhängig von politischen Beziehungen“, so Sünder in einer schriftlichen Stellungnahme.

    Zur Illuminierung des Brandenburger Tores gebe es jedoch die Entscheidungsgrundlage, eine solche Maßnahme durchzuführen, wenn es sich um eine Partnerstadt oder einen Ort mit besonderem Bezug handle.

    „Letzteres trifft für Israel und Orlando zu. Im Fall Nizza befanden sich Schülerinnen und Schüler einer Berliner Schulklasse unter den Opfern und aus diesem Grund wurde die Entscheidung zur Beleuchtung des Brandenburger Tores getroffen“, so die Senatssprecherin.

    Die Entscheidung im Fall von Sankt Petersburg sei nicht die erste dieser Art, betonte sie.

    „Wenn Sie sich an den Anschlag in Kanada erinnern, Quebec… Auch hier wurde nicht illuminiert, denn die Partnerstadt ist Montreal… In der Wahrnehmung der Menschen, so deute ich das Medieninteresse, ist St. Petersburg näher als Quebec – der Sachverhalt jedoch in Bezug auf das Brandenburger Tor identisch.“

    „Inzwischen sind terroristische Anschläge häufiger geworden, überall auf der Welt. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Entscheidend sollte – wenn ich mir etwas wünschen dürfte – nicht die Beleuchtung des Brandenburger Tores als einzig maßstäbliche Geste sein“, fügte sie hinzu.

    Was Partnerschaften mit Städten und Gemeinden betrifft, so lohnt sich ein Blick auf das Berliner Stadtportal Berlin.de. Auf einer Seite des Bezirks Mitte, wo sich wie bekanntlich auch das Brandenburger Tor befindet, heißt es, dass der St. Petersburger Bezirk Petrogradskij zu den Partnern des Bezirks Berlin Mitte zähle.

    Städtepartner des Bezirks Mitte
    © Foto: Screenshot/Berlin.de
    Städtepartner des Bezirks Mitte

    Am Montagnachmittag war im Tunnel zwischen den U-Bahn-Stationen „Sennaja Ploschtschad“ und „Technologitscheskij Institut“ eine Bombe explodiert. Dabei kamen nach jüngsten Angaben insgesamt 14 Personen ums Leben, 49 erlitten Verletzungen.

    Eine weitere Sprengladung konnte in der Station „Ploschtschad Wosstanija“ entschärft werden. Die Ermittlungsbehörde, die vor allem von einem Terroranschlag ausgeht, hat ein Verfahren eingeleitet. Es würden auch andere Versionen geprüft, hieß es.

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    Tags:
    Explosionen, U-Bahn, Berlin, St. Petersburg, Deutschland, Russland
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