10:18 11 Dezember 2017
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    Der 37. US-Präsident Richard Nixon (l.) und der damalige Sicherheitsberater Henry Kissinger (r.)

    Nixons Biograf zieht Parallele zu Trump

    © AFP 2017/ VOTAVA
    Politik
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    Die Präsidentschaft von Donald Trump nimmt allmählich eine Form an, und immer wieder sind laut dem Sender ABC-News Vergleiche mit dem umstrittenen US-Staatschef Richard Nixon zu hören. Nixons Biograf John Aloysius Farrell hat eine Parallele zwischen Trump und dem 37. US-Präsidenten gezogen.

    Laut Farrell ist es noch zu früh darüber zu sprechen, ob solche Vergleiche zutreffend sind. „Wir wissen nicht, ob jemand wegen der russischen Einmischung in die Wahlen je zurücktreten oder ins Gefängnis gehen muss“, sagte Farrel in einem Interview beim Podcast „Powerhouse Politics“.

    „Aber eines kann mit 100 prozentiger Überzeugung sagen: Trumps Berater und das Personal des Weißen Hauses benehmen sich wie Nixons Berater und die Mitarbeiter des Weißen Hauses damals, als hätten sie etwas zu verbergen“, so Farrel weiter.

    Sein jüngstes Buch „Richard Nixon: The Life“ erzählt vom Leben des US-Präsidenten, der laut Farrel von Freunden beschützt und von seinen Mitarbeiter so behandelt wurde, als sei er ein „hässliches, unbeholfenes Entlein“ gewesen, dem die Welt viel Unrecht getan habe.

    Farrell legt in seinem Buch laut ABC-News neue Informationen über den skandalösen Ex-Präsidenten offen. So habe Nixon sein Wahlkampf-Team angewiesen, die Friedensgespräche des 36. US-Präsidenten, Lyndon Johnson, 1968 zu sabotieren und habe Südvietnam davon abgeraten, sich an den Verhandlungstisch zu setzen.

    Ähnlich wie Trump hatte auch Nixon ein sehr angespanntes Verhältnis zu den Medien. Nixon soll seinen Beratern immer eingeredet haben: „Die Presse ist der Feind. Schreibt das einhundertmal auf die Tafel und vergesst es niemals“. Doch Trumps Administration sei in dieser Hinsicht einen Schritt weiter gegangen.

    “Er (Nixon) hat niemals offen gesagt, die Presse sei der Feind des amerikanischen Volkes, wie es Trump getan hat“, so Farrel weiter. „Die Presse sollte in mancher Hinsicht der Feind von Politikern sein, sie sollte jedoch niemals der Feind des US-Volkes werden.“

    Nicht nur diese Ähnlichkeiten verbinden Trump und Nixon. Im Dezember 1987 hatte Nixon bekanntlich dem kleinen Donald Trump einen Brief geschrieben, in dem er ihm einen Sieg prophezeite, sollte Trump eine politische Karriere wählen. Trump hat laut Farrel auch niemals versucht, sich von diesem Lob zu distanzieren. Im Gegenteil, Trump macht sich laut Farell Nixons Zitate zu eigen, wie beispielsweise die „schweigende Mehrheit“, oder Beschwörungen von „Recht und Ordnung“.

    Trumps spontane Tweets haben dem Biografen zufolge auch eine verblüffende Ähnlichkeit zu Nixons Tonbandaufnahmen aus dem Weißen Haus. „Es gibt sehr viele Ähnlichkeiten zwischen den beiden Administrationen“, ist der Biograf überzeugt.

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    Tags:
    Präsidentschaftswahlen, Vergleich, Medien, Donald Trump, Richard Nixon, USA
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