15:51 18 Dezember 2017
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    Politnachwuchs: Berliner Senat soll sich für Bürokratie statt Solidarität schämen

    © Sputnik/ Igor Zarembo
    Politik
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    Nachwuchspolitiker kritisieren das Ausbleiben von symbolischen Berliner Aktionen des Mitgefühls für die Terroropfer von Sankt Petersburg. Sie haben zum Teil in Social Media-Kanälen Eigeninitiative übernommen. Die jungen Politiker von Union und AfD kritisieren die bürokratischen Ausreden.

    Social Media-Nutzer reagierten empört darauf, dass der Berliner Senats nach dem Terroranschlag von St. Petersburg am 3. April das Brandenburger Tor nicht in den russischen Nationalfarben anstrahlen ließ. Die ersten kritischen Tweets und Posts dazu kamen auch vom politischen Nachwuchs, so von CSU und AfD.

    Die „Junge Alternative für Deutschland“ (JA) nahm die symbolische Aktion virtuell gleich selbst in die Hand. Auf der Facebook-Seite der AfD-Nachwuchsorganisation erschien ein bearbeitetes Bild des Brandenburger Tores – in den russischen Nationalfarben. Darunter die Frage: „Warum gibt es kein Zeichen der Solidarität mit Russland?“ JA-Bundesvorsitzender Markus Frohnmaier erklärte das gegenüber Sputnik so: „In Deutschland haben wir so etwas wie eine Art Zwei-Klassengesellschaft von Terror-Opfern. Opfer sind aber auch dann zu betrauern, wenn es sich dabei um Russen handelt.“

    Das Brandenburger Tor nicht anzustrahlen sei pietätlos, kritisierte Frohnmaier. Russland sei ein Teil Europas und wichtiger Bündnispartner Deutschlands. Die Bundesregierung verstecke sich hinter fadenscheinigen bürokratischen Argumenten, während Terroranschläge bei scheinbar wichtigeren Partnern wie der Türkei betrauert würden.

    Ähnlich sieht es auch der Nachwuchs der Union: „Der Senat sollte sich schämen“, schrieb die Junge Union (JU) in München, die Nachwuchsorganisation der bayrischen CSU auf ihrer Facebook-Seite. „Wenn man dieses Gedenken macht und diese Solidarität ausdrücken möchte – was eine schöne Geste ist –, dann sollte man es auch allen zuteilwerden lassen, die ähnliche Anschläge erleben“, sagte Alexander Rulitschka, JU-Kreisvorsitzender in München-Nord. „Wenn man diesen Akt des Mitgefühls durchführt, dann sollte man das nicht mit bürokratischen Regelungen rechtfertigen“, kritisierte der Nachwuchspolitiker. Er plädierte dafür, diese symbolische Trauergeste allen betroffenen Opfern von Terrorismus zukommen zu lassen, auch den russischen. Viele Menschen hierzulande würden das ähnlich sehen.

     

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