15:27 28 September 2020
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    Russland will Nordkorea bei Gesprächen über dessen Atomprogramm beeinflussen. Das wird aber keinen Erfolg bringen, solange die USA und Südkorea Pjöngjang mit Militärübungen und neuer US-Raketenabwehr in der Region provozieren, wie Viktor Oserow, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Föderationsrat sagte.

    „Wir sind bereit, unseren Einfluss auf Nordkorea bei Verhandlungen einzusetzen“, sagte Oserow am Donnerstag. „Wenn aber Pjöngjang ständig von den USA erpresst wird, die an den nordkoreanischen Grenzen gemeinsam mit Südkorea Manöver durchführen und wenn die USA ihre neue Raketenabwehr in der Region ausbauen, ist es unter solchen Umständen für Russland kompliziert, mit Pjöngjang zu reden“, hieß es. 

    Nordkorea soll am Mittwochmorgen (Ortszeit) laut dem südkoreanischen Verteidigungsministerium eine ballistische Rakete aus der Gegend von Sinpo, einer Hafenstadt im Osten Nordkoreas, abgefeuert haben. Die Rakete sei etwa 60 Kilometer weit in Richtung Japans geflogen und dann im Japanischen Meer zwischen Nordkorea und Japan gelandet. Laut dem US-Militär handle es sich bei dem Abschuss um eine Mittelstreckenrakete vom Typ KN-15. 

    Südkorea versetzte seine Armee in erhöhte Bereitschaft. Japan rief eine Sondersitzung des Nationalsicherheitsrates zusammen. 

    Die Sechs-Staaten-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm, an denen Russland, Nordkorea, Südkorea, die USA, China und Japan teilnahmen, waren 2003 aufgenommen worden. Nordkorea hatte sich im Jahr 2005 zur Atommacht erklärt und in den Jahren 2006, 2009 und 2013 unterirdische Atomversuche unternommen, auf die der UN-Sicherheitsrat mit Sanktionen reagierte. 

     

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    Tags:
    Einfluss, Verhandlungen, Atomprogramm, Manöver, Provokaitonen, Viktor Oserow, USA, Russland, Nordkorea