05:41 21 November 2018
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    russische U-Boote im Hafen

    Neue Leistung russischer U-Boote: „Die Amerikaner werden keine Langeweile haben“

    © RIA Novosti . Vitalij Ankov
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    In Bezug auf die Gesamtdauer ihrer Missionen pro Jahr hat die russische Untersee-Flotte den sowjetischen Stand erreicht. Marine-Experten loben diese Leistung und erläutern, warum sie so wichtig ist.

    Der russische Militärhistoriker Alexander Simowski sagte dem TV-Sender Swesda: „Auf dem Höhepunkt ihrer Mächtigkeit hatte die sowjetische Untersee-Flotte 70 Prozent des Weltmeeres kontrolliert. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für solch eine effiziente Kontrolle war natürlich der systematische Aufenthalt auf See.“

    Dass Russland seine U-Boot-Missionen wieder ausgebaut habe, sei ein „sehr positives Signal“. Die strategische nukleare Triade (landgestützte Interkontinentalraketen, Langstreckenbomber und Atom-U-Boote) sei wiederaufgebaut worden, so der Experte.  

    Der russische Marinechef Wladimir Koroljow hatte Ende März mitgeteilt, die Dauer der russischen U-Boot-Missionen habe im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 3.000 Tage betragen. Dies sei eben der sowjetische Stand.

    Simowski kommentierte weiter: „Die US-Amerikaner hatten fast 30 Jahre lang in der Tiefsee geherrscht, doch nun ist diese Zeit allmählich vorbei. Warum ist das wichtig? Weil die Nutzung der U-Boot-Komponente der nuklearen Abschreckung das gewichtigste Argument bei der strategischen Militärplanung ist. Da gibt es ein Paradoxon: Obwohl die nukleare U-Boot-Flotte strategische Aufgaben löst, beruhen ihre Aktivitäten auf Taktik, also auf ständischen Patrouillen in vorgegebenen Meeresgebieten.“

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    Laut Simowski sind bis zu zehn US-amerikanische Atom-U-Boote jederzeit auf Mission: „Vier davon (je zwei im Pazifik und im Atlantik) sind dabei einsatzbereit, um bei Bedarf ihre vorgegebenen Ziele in Russland und China angreifen zu können. Da die russische U-Boot-Flotte nun bei ihrer operativen Präsenz auf See den sowjetischen Stand erreicht hat, werden die Amerikaner keine Langeweile haben.“

    Die russische Untersee-Flotte verbringt nicht nur mehr Zeit auf Missionen, sondern erlebt auch eine technische Modernisierung. Soeben ist das erste Atom-U-Boot des Projekts Jassen-M vom Stapel gelaufen – die „Kasan“ ist eine modernisierte Version des Atom-U-Bootes „Sewerodwinsk“. Der russische Marine-Experte Wladimir Mamaikin sagte der Agentur RIA Novosti: „Auf der ‚Kasan‘ ist es gelungen, eine Vielzahl moderner Technologien umzusetzen, die beim Bau ihres Vorläufers noch nicht bestanden hatten – vor allem in Bezug auf die reduzierten Betriebsgeräusche im Einsatz sowie auf die hydroakustischen Ausrüstungen.“

    „Sowjetische Atom-U-Boote waren in Sachen Geräuschkulisse ihren US-Pendants deutlich unterlegen gewesen. Folglich war der angenommene Gegner in der Lage, unsere Atom-U-Boote früher aufzuspüren. Wer in einem Untersee-Krieg das Ziel als Erster sieht, ist auch der Sieger. Soviel ich weiß, ist die ‚Kasan‘ in Bezug auf die Geräuschlosigkeit den westlichen Konkurrenten mindestens nicht unterlegen“, so Mamaikin.

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    Tags:
    U-Boot, Flotte, Marine, Verteidigungsministerium, Wladimir Koroljow, USA, Russland