17:01 19 Februar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    81323
    Abonnieren

    Die Regierung in Minsk rechnet einem Zeitungsbericht zufolge mit russischer Hilfe bei Spezialeinsätzen in Weißrussland und will auch auf militärische Manöver mit Russland nicht verzichten. Derzeit üben gerade Fallschirmjäger aus beiden Ländern gemeinsam.

    Wie die russische „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch berichtet, wollen Weißrussland und Russland demnächst einige gemeinsame Dokumente im Verteidigungsbereich unterschreiben. Dementsprechend sollen nicht nur russische Militärverbände, sondern auch Spezialkräfte des Verteidigungsministeriums und anderer Sicherheitsbehörden an Übungen und weiteren Einsätzen in Weißrussland teilnehmen.

    Diese Entscheidungen seien nach dem jüngsten Treffen des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in St. Petersburg gefällt worden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Militär- und Diplomatenkreise.

    Das Blatt schreibt: „Es ist vorerst nicht bekannt, ob der weißrussische Präsident der Einrichtung einer russischen Militärbasis in seinem Land zustimmen wird. Was aber feststeht, ist, dass Lukaschenko sein Interesse an russischer Militärhilfe bekundet hat, darunter auch an Fachkräften, die es verstehen, Sabotage- und Spionage-Gruppen und illegale bewaffnete Formationen zu bekämpfen, deren Präsenz in Weißrussland kürzlich aufgedeckt wurde.“

    Am 21. März hatte Lukaschenko nach Angaben der Zeitung die Festnahme vieler mutmaßlicher Kämpfer im Land gemeldet: „Wir haben bereits einige Dutzend festgenommen, die in Lagern mit Waffen trainierten. Eines dieser Lager befand sich übrigens nahe Bobrujsk und Assipowitschy.“

    Kämpfer, die laut Lukaschenko gegen die weißrussischen Behörden agierten, sollen auch in der Ukraine sowie womöglich in Litauen und in Polen trainiert haben. „Ich will nichts behaupten, aber irgendwo dort. Gelder kamen über Polen und Litauen zu uns“, so der weißrussische Präsident damals.

    Weiter berichtet die Zeitung: „Dies wurde von zuständigen Amtsträgern in Polen, Litauen und der Ukraine offiziell dementiert. Doch ausgerechnet nach der Entdeckung bewaffneter Kämpfer, aber auch nach den jüngsten Massenprotestaktionen in Minsk und in weiteren weißrussischen Städten suchte Lukaschenko ein Treffen mit Wladimir Putin, das am Montag endlich stattfand.“

    „Im Vorfeld dieses Treffens hatte der weißrussische Staatschef einige spektakuläre Erklärungen abgegeben, die seine Loyalität gegenüber Moskau bekräftigen sollten. Im Hinblick auf den von ihm abgesegneten Plan der russisch-weißrussischen strategischen Militärübung West 2017 bekräftigte er, dass Weißrussland nicht vorhabe, auf seine Militärkooperation mit Russland ‚wegen der Differenzen in anderen Bereichen‘ zu verzichten“, heißt es in dem Zeitungsbericht.

    Militärübung „Slawische Brüderschaft 2016“ (Archivbild)
    © Sputnik / Evgeniy Biyatov
    Das Großmanöver West 2017 soll nach Angaben der Agentur RIA Novosti ab 14. September stattfinden. Rund 3.000 russische Soldaten samt Militärtechnik sollen dabei in weißrussischen Gebieten miteinander üben.

    Unterdessen, so die Zeitung weiter, hat eine andere gemeinsame Übung bereits begonnen. Wie das russische Verteidigungsministerium in der laufenden Woche mitteilte, trainieren russische und weißrussische Fallschirmjäger bei Witebsk die Bekämpfung von Saboteuren und bewaffneten Kämpfern eines angenommenen Gegners, der laut Übungsszenario in die dortige Gegend eingedrungen sein soll.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Russische Stützpunkte in Weißrussland? Botschafter in Minsk kommentiert
    Russische Luftbasis in Weißrussland nicht nötig – Lukaschenko
    Weißrusslands neue Militärdoktrin: Lukaschenko betont Friedenspolitik
    Lukaschenko über seine Streitigkeiten mit Putin
    Tags:
    Spezialkräfte, Militär, Wladimir Putin, Alexander Lukaschenko, Weißrussland, Russland