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    US-Außenamt bekommt Spartips: Klospülung seltener benutzen

    US-Außenamt bekommt Spartips: Klospülung seltener benutzen

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    Das US-Außenministerium hat einen im „Diplopundit“-Blog veröffentlichten April-Scherz über Kostenreduzierung nicht lustig gefunden und von seinem Autor verlangt, den Beitrag sofort zu löschen, schreibt die Zeitung „The Washington Post“.

    Der Chef-Blogger hat laut der Zeitung unter dem Pseudonym Domani Spero (dt. „morgen“ und „ich hoffe“) auf den Haushaltsplan für das Jahr 2018 reagiert, der eine 28-prozentige Kostensenkung  für das Außenministerium vorsieht, und ein spöttisches „Telegramm“ mit einer Spar-Anleitung veröffentlicht. Die wurde angeblich offiziell erarbeitet und sei dann in die Presse „durchgesickert“.

    Als Beispiel dafür, wie die Ausgaben des Amtes verringert werden könnten, sind die Verarbeitung von Papiertüchern in der Minsker US-Botschaft oder seltenere Klospülung in der Botschaft in Addis Abeba angeführt, so das Blatt.

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    Das „Telegramm“ enthielt auch andere Tipps, wie beispielweise einen Vorschlag, Schäfer und Ziegen auf dem Rasen von Botschaften statt Gärtner einzusetzen oder Dokumente in einer kleineren Schrift zu drucken, damit der Toner in den Druckern länger reicht. Zur Papiereinsparung sollten auch kleinere Berichte veröffentlicht werden.

    Weniger als eine Stunde nach der Publikation des Beitrags bekam Domani Spero eine E-Mail vom stellvertretenden Leiter des Pressedienstes des US-Außenamtes, Mark Stroh.

    „Sie können nicht wissen oder wissen nicht, dass das Telegramm, das unter dem Link veröffentlicht wurde, falsch ist, eine Fälschung“, hieß es.

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    „Das konnte ein April-Scherz gewesen sein, den sie gemacht haben oder jemand gegenüber Ihnen gemacht  hat, aber in beiden Fällen bitten wir Sie, das Telegramm sofort zu löschen“, so Stroh.

    Der Blogger soll im Laufe einiger Stunden die Nachricht nicht gesehen haben. Vier Stunden nach der ersten E-Mail bekam er noch eine, die die wiederholte Bitte enthielt, den Beitrag „sofort“ zu entfernen. Das Wort „sofort“ stand in Großbuchstaben. Domani Spero las die Bitten, anstatt aber sie zu erfüllen, publizierte er die Texte der Mails über dem spöttischen „Telegramm“.

    „Das muss, äh, hart sein, wenn jeder Tag sich wie der Erste April anfühlt“, schrieb der Blogger.

    Er habe April-„Telegramme“ jedes Jahr seit neun Jahren gepostet, aber bis jetzt keine Bitten bekommen, sie zu löschen.

    Das US-Außenministerium könnte viel von Russlands Außenamt lernen, schreibt  „The Washington Post“ weiter und erinnert an eine Scherz-Ansage für Anrufbeantworter in russischen Botschaften, die das russische Außenministerium am 1. April auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte.

    Die Ansage schlägt dem Anrufer vor, einen entsprechenden Knopf auf seinem Telefon zu drücken, wenn er „für seinen politischen Gegner einen Anruf eines russischen Diplomaten“ bestellen wolle, den Service „russischer Hacker“ bräuchte oder Fragen zur „Wahleinmischung“ habe.

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    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte laut früheren Berichten über die AP ironisiert. Die Agentur soll nach einer offiziellen Bestätigung gefragt haben, dass die spöttische Anrufbeantworter-Ansage wirklich ein Scherz sei.

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