14:25 15 November 2019
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    Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE

    MdB Gehrcke: US-Intervention in Syrien wäre Katastrophe – Untersuchung gefordert

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    Nach dem jüngsten mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien überschatten gegenseitige Schuldvorwürfe die politischen Gespräche. Die USA sehen die Verantwortung allein bei der Assad-Regierung. Russland gibt den „Rebellen“ die Schuld. Sputnik sprach mit Wolfgang Gehrcke über die Hintergründe und mögliche Lösungsansätze.

    Nachdem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen in der Nähe des syrischen Idlib erwägt die neue US-Administration einen Militärschlag in Syrien. „Ein Einmarsch der USA in Syrien wäre eine Katastrophe“, sagte Wolfgang Gehrcke, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei, im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Marcel Joppa. Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion ist Experte für Außenpolitik.

    „Wer plant, sich militärisch in Syrien zu engagieren, der geht das Risiko ein, dass er direkt auf Russland trifft“, warnte Gehrcke. „Niemand hat die USA gebeten, in Syrien zu intervenieren. Es gibt kein Recht dazu.“ Der Linken-Politiker wies darauf hin, dass Damaskus dazu im Gegensatz die russischen Truppen als verbündete Streitkräfte selbst ins Land eingeladen habe. Das sei ein „ganz normaler Akt eines souveränen Staates“ gewesen.

    Der mutmaßliche Chemiewaffeneinsatz in Idlib sei symptomatisch für ein Syrien, das von der internationalen Gemeinschaft vergessen werde, so Gehrcke weiter. Nur eine internationale Untersuchung durch eine internationale Organisation, die sich mit Chemiewaffen beschäftige, könne das Problem für alle Seiten zufriedenstellend lösen. Zudem kritisierte der Bundestagsabgeordnete den fehlenden Austausch von westlichen Staatsvertretern mit Russland. Doch das sei für ihn keine Überraschung: „Wenn man per sé unterstellt, dass Russland lügt, dann braucht man keine Gespräche und keine internationale Aufklärung anstreben“. Chemiewaffen zu ächten, sei eine Selbstverständlichkeit.

    Solche Ereignisse wie das bei Idlib am 4. April dienten auch immer dazu, die politischen Syrien-Friedensgespräche zu torpedieren, machte der Außenpolitiker klar. Er mahnte an, in allen Verhandlungen auch die syrischen Oppositionsgruppen mit einzubeziehen, um ein besseres Klima zu erzeugen, wobei er einschränkte: „Auch wenn es kaum gemäßigte Oppositionelle in Syrien gibt.“

     

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    Katastrophe, Militäreinsatz, Wolfgang Gehrcke, Syrien, Deutschland, USA