22:27 22 September 2017
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    US-Zerstörer USS Porter (DDG-78) feuert Tomahawk-Raketen im Mittelmeer ab

    „Luftangriff statt Untätigkeit“: Trump-Berater erläutert US-Luftangriff in Syrien

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    Lage in Syrien (2017) (484)
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    Vor dem Luftangriff auf einen syrischen Flugplatz hat US-Präsident Donald Trump laut seinem Berater Herbert McMaster noch mit Mitgliedern seines Sicherheitsrates verschiedene Varianten eines möglichen Vorgehens in Syrien erörtert, aber letzten Endes einen Raketenangriff gewählt, wie der Pressedienst des Weißen Hauses am Freitag mitteilt.

    „Es hat drei Varianten gegeben, die wir mit dem Präsidenten besprochen haben“, wird McMaster zitiert.

    „Der Präsident hat uns gebeten, sich auf zwei Varianten zu konzentrieren. Er hat uns eine Reihe Fragen gestellt, die wir zu beantworten versuchten. Nach langwierigen Diskussionen hat der Präsident beschlossen zu handeln.“ 

    Dabei seien alle mit Kampfhandlungen zusammenhängenden Risiken auch mit dem Risiko bloßer Untätigkeit verglichen worden.   

    In der Nacht zum Freitag hat die US-Armee nach offiziellen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf einen Flugplatz der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. Mit dem Angriff reagiert die US-Regierung auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff vom Dienstag im syrischen Idlib, den sie der Regierung Assads zuschrieb.

    Syrische Oppositionskämpfer hatten am Dienstag rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies am Donnerstag darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien.

    Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppen al-Nusra und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

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    Giftgas, Luftangriff, Al-Nusra-Front, Terrormiliz Daesh, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Herbert McMaster, Donald Trump, Walid al-Muallim, Syrien, USA
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