09:05 15 November 2019
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    Satellitenbild des syrischen Militärflughafens Schairat nach dem Raketenangriff der USA, April 2017

    USA müssen sich mit IS abgestimmt haben – syrischer Botschafter in Moskau

    © REUTERS / DigitalGlobe/ Courtesy U.S. Department of Defense
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    Der US-Angriff auf den syrischen Militärflughafen Schairat ist eine heftige Verletzung des internationalen Rechts und zeigt, dass sich Washington mit den Terrormilizen IS und Al-Nusra abgestimmt haben muss, wie der syrische Botschafter in Russland, Riad Haddad, am Freitag sagte.

    „Die US-Aggression gegen Syrien ist eine Aggression gegen die Souveränität unseres Landes und eine schwere Verletzung aller internationalen Rechte“, sagte Haddad.

    „Diese Aggression demonstriert, dass die Amerikaner die Anführer von IS und Al-Nusra unterstützen und zeugt von einer Koordinierung zwischen den USA und diesen Terrorgruppierungen.“

    Mit diesen Luftschlägen reagierten die USA auf die jüngsten Erfolge der syrischen Regierungsarmee, so der Botschafter weiter. Washington habe einen Vorwand für die Einmischung gebraucht und dafür eine angebliche Giftgasttacke durch die syrische Armee genutzt. 

    „Das ist ein falscher Vorwand, da Syrien und seine Armee keinerlei C-Waffen besitzen“, sagte der Diplomat. Syrien habe sich der Organisation für das Verbot chemischer Waffen angeschlossen und diese Organisation habe bestätigt, dass Syrien seinen Verpflichtungen zur Abfuhr von C-Waffen nachgegangen sei. 

    „Ich bestätige noch einmal, dass Amerika den Terror in der Region unterstützt und ich denke, dass dieser Schlag eine direkte Einmischung ist, ohne Unterhändler, wie das zuvor der Fall war“, sagte Haddad. 

    In der Nacht zum Freitag hat die US-Armee nach offiziellen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf einen Flugplatz der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. 

    Mit dem Angriff reagierte die US-Regierung auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff vom Dienstag im syrischen Idlib, den sie der Regierung Assads zuschreibt. Syrische Oppositionskämpfer hatten am Dienstag rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. 

    Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück. Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies am Donnerstag darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien.

    Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppen al-Nusra und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

     

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    Tags:
    Militärbasis, Raketen, Angriff, Terroristen, Koordinierung, Terrorgruppierung Jabhat an-Nusra, Terrormiliz Daesh, Syrien, USA