00:26 10 Dezember 2019
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    US-Angriff in Syrien

    Labour Party kommentiert US-Angriff in Syrien – und warnt vor neuen Risiken

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    US-Raketenangriff auf syrische Luftwaffenbasis (93)
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    Der Parteivorsitzende der oppositionellen britischen Labour Party, Jeremy Corbyn, hat den US-Raketenangriff in Syrien und die Statements der Regierung, die die amerikanische Leitung unterstützt hatte, via Twitter verurteilt.

    „Die britische Regierung muss die Administration (des US-Präsidenten Donald – Anm. d. Red.) Trumps zu Zurückhaltung aufrufen und ihren Einfluss durch friedliche Verhandlungen zur Ausarbeitung einer politischen Lösung benutzen“, twitterte Corbyn.

    ​Demnach führt der US-Raketenangriff gegen die Luftwaffenbasis Schairat der Regierungsarmee Syriens zu einem neuen Risiko einer Kriegseskalation in der Zukunft.

    „Der geschehene Giftgasangriff war ein Militärverbrechen, das eine Ermittlung und Bestrafung der Schuldtragenden braucht. Aber einseitige Kriegshandlungen ohne gesetzliche Rechtfertigung schaffen ein Eskalationsrisiko des Konfliktes, das schon jetzt hunderttausende Menschenleben forderte“, hieß es in Corbyns Statement.

    Der Labour-Party-Leader rief darum zur sofortigen Aufnahme friedlicher Verhandlungen in Genf unter internationalem Teilnahmezwang auf, um schnell ein Abkommen für eine politische Regelung des Syrien-Konfliktes zu erreichen.

    In der Nacht zum Freitag hatte die US-Armee nach offiziellen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf einen Flugplatz der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. Mit dem Angriff reagierte die US-Regierung auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff vom Dienstag im syrischen Idlib, den sie der Regierung von Präsident Baschar al-Assad zuschreibt.

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    US-Angriff in Syrien und seine Folgen – FOTOstrecke
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    Syrische Oppositionskämpfer hatten am Dienstag rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies am Donnerstag darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien.

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    Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppen al-Nusra und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

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