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19:46 17 August 2019
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    Folgen des US-Raketenangriffes auf den syrischen Militärflughafen Schairat

    USA nutzten Giftgasangriff als Vorwand für Luftangriff – russischer Militärsprecher

    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
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    US-Raketenangriff auf syrische Luftwaffenbasis (93)
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    Die USA haben ihren Angriff auf den syrischen Militärflughafen Schairat im Voraus vorbereitet. Diese Auffassung äußerte der russische Armeesprecher Igor Konaschenkow am Freitag gegenüber Journalisten. Ein angeblicher Giftgasangriff soll nur als Vorwand dafür gedient haben.

    „Jetzt ist bereits offensichtlich, dass der Schlag von US-Marschflugkörpern auf die syrische Basis noch lange vor den heutigen Ereignissen vorbereitet wurde“, so der Sprecher.

    Für jeden Experten sei es klar, dass Washington noch lange vor der angeblichen Giftgas-Attacke im syrischen Chan Scheichun den Raketenangriff in Syrien entschieden hätte, und dass die Attacke nur ein formeller Vorwand gewesen sei und die Vorführung der Militärkraft durch ausschließlich politische Gründe bedingt sei.

    „Ich mache darauf aufmerksam, dass die Terrormilizen Daesh und Dschebhat an-Nusra gleich nach dem massiven Raketenangriff auf den syrischen Luftstützpunkt ihre Offensive auf die Stellungen der syrischen Armee eingeleitet haben. Wir hoffen darauf, dass diese Handlungen nicht mit der US-amerikanischen Seite abgestimmt worden sind“, betonte Konaschenkow.

    Zugleich sagte er, Russland erwarte nun, dass die USA „unbestreitbare Beweise“ für den angeblichen Giftgasangriff der syrischen Armee in Chan Scheichun vorlegen würden. 

    Alle von den USA genannten Motive für deren Luftangriff, wonach Damaskus angeblich gegen das Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen 2013 verstoßen habe, bezeichnete der Sprecher als unbegründet.

    In der Nacht zum Freitag hat die US-Armee nach offiziellen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf einen Flugplatz der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. Mit dem Angriff reagierte die US-Regierung auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff vom Dienstag im syrischen Idlib, den sie der Regierung von Präsident Baschar al-Assad zuschreibt.

    Syrische Oppositionskämpfer hatten am Dienstag rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies am Donnerstag darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien.

    Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppierungen al-Nusra und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

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    Vorwand, Attacke, Giftgas, Luftangriff, Al-Nusra-Front, Terrormiliz Daesh, Walid al-Muallim, Baschar al-Assad, Igor Konaschenkow, Syrien, Russland