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    syrischer Fischer in der Türkei

    Reportage Teil 2: So leben syrische Kriegsflüchtlinge in der Türkei

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    Ankara brüstet sich gerne damit, drei Millionen Flüchtlingen eine menschenwürdige Zuflucht gegeben zu haben. Doch was sagen Menschen in der Türkei zu dieser Herausforderung? Sputnik hat sich an der türkischen Mittelmeerküste ein Bild von der Stimmungslage gemacht.

    Zum ersten Teil der Sputnik-Reportage

    Bis zum Flüchtlingsabkommen zwischen Brüssel und Ankara führte der Weg vieler Flüchtlinge nach Europa über die Küstenstädte in der türkischen Provinz Izmir. Die Kleinstadt Dikili ist eine davon. Dort sollte ein Auffanglager für Migranten entstehen. Doch die Regierung machte ihre Rechnung offensichtlich ohne die Einwohner des Städtchens. Sie liefen nämlich Sturm, als sie von dem Vorhaben erfuhren.

    Sind die Menschen an der türkischen Küste wirklich so fremdenfeindlich? Das wollte Sputnik vom Bürgermeister von Dikili wissen. „Wir haben nichts gegen Flüchtlinge, überhaupt nicht“, beteuert Mustafa Tosun. „Es ist nur so, dass wir hier nicht genug Schulen, Krankenhäuser und vor allem nicht genug Arbeitsplätze haben. Unter diesen Umständen wollten wir nicht, dass das Lager hier entsteht.“

    • Privatsachen von syrischen Flüchtlingen auf dem Strand Dikili
      Privatsachen von syrischen Flüchtlingen auf dem Strand Dikili
      © Sputnik / Valeriy Melnikov
    • Privatsachen von syrischen Flüchtlingen auf dem Strand Dikili
      Privatsachen von syrischen Flüchtlingen auf dem Strand Dikili
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    • Privatsachen von syrischen Flüchtlingen auf dem Strand Dikili
      Privatsachen von syrischen Flüchtlingen auf dem Strand Dikili
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    • Friedhof syrischer Flüchtlinge in Izmir
      Friedhof syrischer Flüchtlinge in Izmir
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    • Friedhof syrischer Flüchtlinge in Izmir
      Friedhof syrischer Flüchtlinge in Izmir
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    Privatsachen von syrischen Flüchtlingen auf dem Strand Dikili

    Vor dem Flüchtlingsabkommen seien täglich bis zu 3.000 Migranten von Dikili aus zu den griechischen Inseln aufgebrochen. Die Menschen in der Stadt hätten alles Mögliche unternommen, um ihnen zu helfen: „Im Winter haben wir sie mit Decken und warmen Mahlzeiten versorgt. Anders geht es auch nicht, wenn man Menschen in so einer Notlage sieht“, sagt der Rathauschef.

    Heute kämen vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan an der türkischen Küste an, weniger aus Syrien, bemerkt Tosun. „Ich bin mir absolut sicher: Solange diese Menschen ihre Hoffnungen auf Europa setzen, werden sie jeden Versuch unternehmen, dorthin zu kommen. Das wertvollste für diese Menschen sind ihre Kinder. Und trotzdem riskieren sie eine Überfahrt übers Mittelmeer in einem Gummiboot. Sie sind bereit, das Wertvollste zu riskieren, das sie haben, weil sie auf Europa hoffen“, so der Bürgermeister.

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    Tags:
    Flüchtlingsdeal, Leben, Flüchtlingskrise, Türkei, Syrien