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21:48 15 Oktober 2019
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    China und USA

    US-Attacke in Syrien: Ob China die USA wirklich versteht?

    © AP Photo / Ng Han Guan, Pool
    Politik
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    US-Raketenangriff auf syrische Luftwaffenbasis (93)
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    Die Pressesprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, hat offiziell die Position ihres Landes zu den US-Raketenangriffe in Syrien erläutert. Ob der amerikanische Außenminister da nicht zuvor etwas missverstanden hatte?

    „Eine politische Lösung ist der einzige Weg für die Regulierung der Syrien-Krise“, so Hua. China habe sich immer gegen den Einsatz militärischer Gewalt in internationalen Beziehungen eingesetzt. Das Land plädiere für die Achtung von  Souveränität und territorialer Integrität anderer Länder, so Hua weiter.

    Einer weiteren Eskalation in Syrien vorzubeugen, sei demnach nun vorrangige Aufgabe. Über die Zukunft des Landes müsse das Volk entscheiden und die internationale Gemeinschaft müsse vor dieser Entscheidung Respekt haben, hieß es.

    Zuvor war in Medien berichtet worden, dass US-Präsident Donald Trump seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping, der sich gerade in den USA befindet, persönlich über die US-Raketenangriffe auf Syrien informiert hatte. Laut US-Außenminister Rex Tillerson hatte Xi gesagt, dass er die US-Antwort auf die Chemie-Attacken in Syrien „verstehe“, da dabei Kinder zu Tode gekommen waren.

    In der Nacht zum Freitag hatte die US-Armee nach eigenen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf den Flugplatz Schairat der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. Zuvor hatten die USA, ohne jegliche Beweise vorzulegen, die syrischen Streitkräfte, die von diesem Militärstützpunkt aus arbeiten, für die Chemieattacke auf Bürger in der syrischen Provinz Idlib in Syrien vom 4. April verantwortlich gemacht.

    Laut dem Gouverneur der Provinz Homs forderte der Raketenangriff sieben Menschenleben — fünf Militärs und zwei Zivilisten. Nach den Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind zwei syrische Militärs verschollen, vier wurden getötet und sechs während der Brandbekämpfung verletzt.

    Das syrische Militär teilte indes mit, zehn  Mann verloren zu haben. Die Lokalbehörden berichten auch von mehreren zivilen Opfern, darunter Kinder.
    Syrische Oppositionskämpfer hatten am Dienstag rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies am Donnerstag darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien.

    Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppen al-Nusra und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

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    Raketenangriff, Luftwaffenbasis, Militärstützpunkt, Terrormiliz Daesh, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Rex Tillerson, Donald Trump, Hua Chunying, Walid al-Muallim, Xi Jinping, Syrien, USA, China