06:18 18 Dezember 2017
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    Flüchtlinge in Grande-Synthe

    Brand zerstört Flüchtlingslager in Nordfrankreich

    © AFP 2017/ PHILIPPE HUGUEN
    Politik
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    Aufgrund eines Großbrandes ist ein Flüchtlingslager in Nordfrankreich komplett zerstört worden. Mindestens zehn Migranten haben Verletzungen erlitten, wie die französische Zeitung „Parisien“ berichtet.

    Demnach soll sich der Brand im Lager in der französischen Kommune Grande-Synthe am Montagabend ereignet haben, wo etwa 1500 Flüchtlinge leben.  Die Flammen waren dabei von Weitem zu sehen.

    Es werde angenommen, dass eine Auseinandersetzung zwischen irakischen Kurden und Afghanen zu dem Brand geführt haben könnte.  Dabei sei es der Zeitung nach zuerst zu einer Schlägerei zwischen Kurden und Afghanen in diesem Flüchtlingslager gekommen, die später in eine Messerstecherei mündete. Nach Behördenangaben  wurden dabei sechs Menschen verletzt.

    Laut den Lokalbehörden soll nach dieser Auseinandersetzung ein Brand ausgebrochen sein, welcher alle 300 auf dem Gelände des Flüchtlingslagers stehenden Holzhütten erfasste. Es hieß, dass der Brand gleichzeitig an mehreren Stellen im Lager begonnen habe.

    Olivier Caremelle, der Stabschef des Bürgermeisters von Grande-Synthe, vermute einen Zusammenhang zwischen dem Brand und der Auseinandersetzung unter den Flüchtlingen.

    Inzwischen seien die Bewohner des Lagers in Sicherheit gebracht und auf Notunterkünften in der Gegend verteilt worden, so die Zeitung.

    Auch nach dem Brand hielten die Auseinandersetzungen zwischen den Flüchtlingen bis nach Mitternacht an. Spezialeinheiten der französischen Polizei wollten die Lage unter Kontrolle zu bringen, stießen dabei aber auf Widerstand und wurden mit Steinen beworfen, heißt es weiter.

    Die Zustände in dem Flüchtlingslager gaben wiederholt Anlass für Kritik. Auch der französische Innenminister Bruno Le Roux hatte Mitte März eine Auflösung des Lagers angekündigt, da es Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen gebe und die Wohnbedingungen dort unzulässig wären.

    Das Lager in Grande-Synthe wurde erst vor einem Jahr errichtet, mehrere dort untergebrachte Flüchtlinge stammten dabei  aus den Lagern von Calais, welche aufgrund wilder Umstände in der Vergangenheit für Aufsehen sorgten.

    In dem illegalen Flüchtlingscamp „Dschungel von Calais“ in der Hafenstadt im Norden Frankreichs haben etwa 7000 bis 10.000 Migranten, darunter rund 1000 unbegleitete Minderjährige, gewohnt, die per Fähre oder durch den Eurotunnel weiter nach Großbritannien ziehen wollten. Im November letzten Jahres wurde das Lager aufgelöst und die Flüchtlinge landesweit verteilt.

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    Tags:
    Schlägerei, Auseinandersetzungen, Brand, Unterkunft, Migranten, Flüchtlinge, Frankreich
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