22:44 20 Juli 2017
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    Flugschreiber des bei Smolensk abgestürzten polnischen Präsidentenjets

    Kein Anschlag an Bord des Kaczynski-Flugzeugs vor Absturz bei Smolensk - Experte

    © RIA Novosti. Georgiy Kurolesin
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    Im Flugzeug des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski hat es keine Explosion gegeben, wie Maciej Lasek, der ehemalige Unterkomissionschef der Regierungskomission zur Aufklärung von Flugzeugunglücken gegenüber dem polnischen TV-Sender TVN sagte.

    Am Montag, dem 10. April, hatte die zweite Kommission zur Ermittlung der Ursachen des Flugzeugunglücks in Smolensk zum siebten Jahrestag der Tragödie ihre Arbeitsergebnisse veröffentlicht. Die Kommission wies den russischen Fluglotsen die Schuld zu. Im Weiteren heißt es, dass es noch vor dem Absturz der Maschine an Bord zu einer Explosion gekommen sein soll.

    Der ehemaliger Unterkommissionschef ist dem TV-Sender zufolge indes anderer Meinung:  „Ich kenne die Meinung der Staatsanwaltschaft, die Meinung des zentralen kriminalistischen Laboratoriums, dessen Pyrotechniker die Untersuchungen durchführten und die Bodenproben entnahmen“, betonte Lasek. „Auch die Proben von der Birke, mit der das Flugzeug bei der Ladung kollidierte, sowie Exhumationsproben wurden untersucht. Insgesamt etwa 60-70 der Proben.“

    Im Endergebnis hätten die Experten Sprengstoffspuren in den Proben „eindeutig ausgeschlossen“, so Lasek weiter.

    Auch der Stimmrekorder im Cockpit habe laut dem Experten keinen Explosionston aufgezeichnet, auch der Flugschreiber habe keinen Druckanstieg registriert.

    Die vom polnischen Verteidigungsminister Antoni Macierewicz einberufene zweite Kommission wird von Wacław Berczynski geleitet. Polens Verteidigungsminister versucht seit Jahren, Russland die Schuld an dem Flugzeugabsturz zuzuweisen. Die russischen Behörden haben die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Auch in Polen selbst wird in letzter Zeit von politisch motivierten Schuldzuweisungen des Verteidigungsministers gesprochen. Michał Kleiber, der Ex-Berater von Lech Kaczynski, bezeichnete die Anzahl der Vorwürfe gegen den Bericht des polnischen Innenministers Miller als „schrecklich“. Dabei vertraut er dem Untersuchungsbericht des Innenministers und hält diesen für das am meisten wahrscheinliche Szenario.

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    Tags:
    Vorwürfe, Ergebnisse, Bericht, Kommission, Explosion, Sprengstoffspuren, Smolensk-Flugzeugunglück, Lech Kaczynski, Russland, Polen
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