18:42 01 Juni 2020
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    Großbritanniens Außenminister Boris Johnson ist für seine Entscheidung, seine Russland-Reise abzusagen, auch in London heftig kritisiert worden, schreibt „Financial Times“ (FT). Einige britische Politiker werfen ihm demnach vor, sich zu ehrerbietig gegenüber den USA aufzuführen.

    Die Absage wurde laut FT von den Liberaldemokraten und der Schottischen Nationalen Partei (SNP) heftig kritisiert, deren Mitglieder den britischen Chefdiplomaten als „Pudel“ und ein „Mini-Me“ der USA bezeichneten.

    „Boris Johnson sieht einfach doof aus“, zitiert das Blatt Alex Salmond, den SNP-Sprecher für Außenpolitik. Es dürfe nicht sein, dass Großbritannien in die Zeiten des Kalten Krieges zurückfalle und auf jegliche Gespräche verzichte.

    Das Verhältnis zwischen Großbritannien und Russland wird laut FT heute von Vielen wegen der Situation in Syrien, in der Ukraine und anderer Angelegenheiten als so schlecht wie noch nie seit dem Fall der Berliner Mauer eingeschätzt.

    Johnson sollte am Montag nach Moskau reisen. Der Besuch war laut der Zeitung nicht als Zeichen der Verbesserung der Beziehungen, sondern vielmehr als Gelegenheit für ein offenes Gespräch angekündigt worden.

    Am vergangenen Samstag teilte das britische Außenministerium mit, dass der für den 10. April geplante Besuch Johnsons in Moskau „wegen der jüngsten Ereignisse in Syrien“ abgesagt worden sei. Ursprünglich sollte Johnson Russland noch Ende März besuchen, die Reise war jedoch verschoben worden. Die britische Behörde hatte dies mit Änderungen im Terminplan der Nato-Außenminister begründet.

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    Tags:
    Kritik, Absage, Boris Johnson, USA, Großbritannien, Moskau, Russland