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    Absturz-Ort der Tu-154 bei Smolensk

    Explosion in Kaczyńskis Flugzeug? Polen verblüfft Kreml mit neuer Absturz-Version

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    Moskau weiß laut Kremlsprecher Dmitri Peskow nicht, worauf sich die Schlüsse der polnischen Regierungskommission über eine angebliche Explosion an Bord des Flugzeuges des ehemaligen polnischen Präsidenten Lech Kaczyński bei Smolensk stützen. Die Flugschreiber-Daten enthalten dafür laut Peskow keinerlei Beweise.

    „Wir wissen nicht, wovon sich die Kommission leiten ließ und worauf sie ihre Schlüsse stützte“, so Peskow am Dienstag gegenüber Journalisten.

    Die den russischen Ermittlern zur Verfügung stehenden Daten und Aufnahmen der Gespräche der Piloten und Fluglotsen würden diese Behauptungen nicht bekräftigen.

    Am vergangenen Montag, dem siebenten Jahrestag der Smolensk-Katastrophe, veröffentlichte die bereits zweite polnische Ermittlungskommission ihren Bericht. Darin beschuldigt sie russische Fluglotsen, den Absturz provoziert zu haben. Zudem wird darin behauptet, dass es zu einer Explosion an Bord der Maschine gekommen sei, bevor sie aufgesetzt habe.

    Am 10. April 2010 war der polnische Präsidentenjet bei Smolensk in Westrussland abgestürzt. Alle 96 Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter viele polnische Spitzenpolitiker sowie Präsident Lech Kaczynski. Sie waren auf Einladung des damaligen russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung im Rahmen des 70. Jahrestages des „Massakers von Katyn“.

    Nach Angaben der russischen Ermittler war der Absturz unmittelbar darauf zurückzuführen, dass die Piloten die Wetterwarnungen der russischen Fluglotsen ignorierten und beschlossen, trotz dichten Nebels in Smolensk zu landen. Polens damaliger Luftwaffenchef Andrzej Blasik soll mit 0,6 Promille Alkohol im Blut die Piloten trotz wiederholter Warnungen der russischen Fluglotsen zur Landung gezwungen haben.

     

     

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    Explosion, Ermittler, Absturz, Lech Kaczynski, Polen, Smolensk, Russland