03:39 21 November 2017
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    Opfer der Gasattacke in Idlib

    Putin zu Giftgas-Angriff in Idlib: Moskau beantragt Ermittlung in Den Haag

    © REUTERS/ Ammar Abdullah
    Politik
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    Moskau wird offiziell eine Ermittlung des Einsatzes von Chemiewaffen im syrischen Idlib bei den UN-Behörden in Den Haag beantragen, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag.

    Syrische Oppositionskämpfer hatten in der vergangenen Woche rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppen al-Nusra und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei. Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

    Dennoch griff die US-Armee in der Nacht zum Freitag einen Flugplatz der syrischen Armee in der Provinz Homs mit Tomahawk-Raketen an. Bei dem Angriff, der von Präsident Donald Trump als Reaktion auf die Giftgas-Attacke persönlich befohlen wurde, wurden nach Angaben der syrischen Armee zehn Soldaten getötet und mehrere Flugzeuge zerstört. Lokale Behörden berichteten auch von mehreren zivilen Todesopfern.

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    Tags:
    Chemiewaffen, Wladimir Putin, Den Haag, Idlib, Syrien, Russland
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